OpenVZ läuft mit Xen
Xen und OpenVZ verfolgen zwei grundlegend verschiedene Virtualisierungskonzepte. Der Hypervisor Xen bildet nicht die gesamte Hardware nach, sondern bietet Schnittstellen, über die die Gastsysteme in so genannten Domänen Daten mit dem Host austauschen. Jeder Gast läuft dabei mit einem eigenen Kernel – in Verbindung mit einem modernen Prozessor mit Virtualisierungsunterstützung kann auch Windows in einer Domäne laufen.
Anders arbeitet OpenVZ, eine Lösung auf Betriebssystemebene für Linux. Hier verwenden alle virtuellen Maschinen (bei OpenVZ "Virtual Private Server" genannt") den Kernel und die Hardware des Wirts. Dadurch wird nur Linux als Gast unterstützt, Vorteile soll diese Technik vor allem im Hinblick auf die Leistung der virtuellen Maschinen bringen, was durch eine detaillierte Ressourcenaufteilung erreicht wird. Das Prinzip ähnelt den FreeBSD Jails und den Solaris Zones.
Nun hat das OpenVZ-Projekt einen angepassten Kernel veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster), der auf dem Kernel von Red Hat Enterprise Linux 5 basiert und die x86- sowie x64-Plattform unterstützt. Der Kernel kann in der privilegierten Xen-Domäne Dom0 oder in einer unprivilegierten DomU laufen – diese hat dann keinen direkten Zugriff auf die Hardware.
Innerhalb dieser Xen-Domäne lassen sich dann mit OpenVZ virtuelle Umgebungen anlegen. Damit soll gezeigt werden, wie leistungsfähig OpenVZ auch in einer solchen Situation noch ist. Durch die Verbindung der Virtualisierungstechniken will das Projekt zudem demonstrieren, wie flexibel Virtualisierung an sich ist.
"Diese Kombination aus Open-Source-Virtualisierungstechniken gibt dem Nutzer die Flexibilität, ein oder mehrere Gastsysteme laufen zu lassen und dennoch durch geringen Overhead in den Genuss von hoher Leistung zu kommen. Wir beobachten, wie Virtualisierung reifer wird, während wir verstehen, was möglich ist", kommentierte Tom Schwaller, Linux-Evangelist bei IBM, die Zusammenkunft von Xen und OpenVZ.
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