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Nigerianische Firma verklagt OLPC

Projekt kann Politiker nicht für sich gewinnen

Ein nigerianisches Unternehmen hat die Organisation One Laptop Per Child (OLPC) verklagt. Die Firma Lagos Analysis wirft der Organisation vor, in ihrem XO-Notebook unerlaubt die patentierte Tastaturtechnik der Firma verwendet zu haben. Zudem hat Projekt noch mit anderen Problemen zu kämpfen.

Lagos Analysis sitzt zwar in den USA, ist aber nach eigenen Angaben in nigerianischem Besitz und hat mit Lancor Management eine Tochtergesellschaft in Nigeria. In Nigerias größter Stadt Lagos ist Lancor nun gegen die Organisation OLPC, ihren Chef Nicholas Negroponte sowie deren Vertreter in Nigeria mit einer Patentklage vor Gericht gezogen.

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Der Vorwurf lautet, dass OLPC im 100-Dollar-Laptop genannten XO-Notebook das nigerianische Patent Nummer RD8489 verletzt. Dieses beschreibt eine mehrsprachige Tastatur, die etwa mit mehreren Umschalttasten ermöglicht, Akzente und Ähnliches einzugeben. Allerdings spricht Lancor von einem "Design Patent", was in etwa dem deutschen Geschmacksmuster entspricht, das hierzulande zwar vom Patent- und Gebrauchsmusterschutz ausgenommen ist, aber dennoch vor Nachahmung geschützt werden kann.

Diese "Shift2" genannte Technik wird in Konyin-Tastaturen verwendet, teilte Lancor mit. Zwei dieser Modelle habe die OLPC erworben, um diese dann nachzubauen, so Lancor. Zudem wirft das Unternehmen der OLPC vor, sie habe den Quelltext des Tastaturtreibers per Reverse Engineering erhalten - ein Verfahren, das je nach Umsetzung und Land kein rechtliches Problem darstellt.

Einsehen lässt sich das Patent wohl nicht. Denn laut der World Intellectual Property Organization (WIPO) gibt es kein Patentamt in Nigeria. Die von der WIPO angeführten Industrial Property Offices hingegen sind nur über eine Yahoo-E-Mail-Adresse zu erreichen und haben keine Webseite.

Nach Angaben von Lancor-Chef Adé G. Oyegbola betrachtet das Unternehmen sein geistiges Eigentum als eine der wichtigsten Ressourcen: "Lancor wird weiterhin aggressiv vorgehen, um sein geistiges Eigentum weltweit zu verteidigen. Wir bereiten zurzeit außerdem eine ähnliche Klage gegen die OLPC in den USA vor."

Derzeit ist das Projekt des 100-Dollar-Laptops aber wohl noch von einem weiteren Problem betroffen. In einem BBC-Interview bemängelte OLPC-Mitarbeiter Walter Bender, dass sich Politiker in Entwicklungs- und Schwellenländern nicht verpflichten wollen. "Wandel bedeutet Risiko", so Bender. Das 100-Dollar-Notebook, das angesichts eines höheren Preises dem Namen nicht mehr gerecht wird, wurde speziell für Kinder in diesen Ländern gestaltet, um ihnen einen einfacheren Zugang zu Bildungsmaterial zu gestatten.

Bender bemängelt, dass Politiker nicht weit genug denken würden und Bildung so an den Kindern vorbeiziehe. Nigerias Bildungsminister Dr. Igwe Aja-Nwachuku stellte die Idee des XO-Notebooks gegenüber der BBC jedoch komplett in Frage: "Wo liegt der Sinn darin, Notebooks zu verwenden, wenn die Kinder nicht einmal Stühle haben?" Vielmehr wolle man die Grundlage für eine qualitativ hochwertige Bildung legen, die effizient, zugänglich und bezahlbar sei. Die vorige Regierung Nigerias hatte noch angekündigt, XO-Notebooks bei der OLPC bestellen zu wollen, dies wird nun aber erneut untersucht.

Bender sieht dies anders. Gegenüber der BBC bekräftigte er, dass es einen großen Wandel geben müsse, die Regierungen aber immer nur kleine Schritte unternehmen würden, um kein Risiko einzugehen. Dies fühle sich sicher an, aber man würde nur sicherstellen, dass sich nichts ändere, so Bender. Weiterhin beklagte er, dass es eine Kampagne gebe, die falsche Informationen über OLPC verbreite.


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huahuahua 07. Dez 2007

Na, OLPC... wieder einmal in die Scheiße gegriffen?! Ja, man muss schon arg idealistisch...

OLPC... 03. Dez 2007

Mal abgesehen davon, dass die News um das nigerianische Patent von letzter Woche ist, ist...

@ 03. Dez 2007

k.T.

Thomas Grund 01. Dez 2007

Überlegt doch bitte mal wer mit dem OLPC Geld verdient. Niemand! Ob es sinnvoll ist...

Bruno B. 28. Nov 2007

Wer so was sagt glaubt auch das er mit seiner Kleiderspende ein gutes Werk tut. Leider...



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