Aldi-PC liest HD-DVDs und Blu-rays (Update)

In Deutschland wirbt Aldi für seinen zum Jahresende verkauften PC typischerweise in der letzten Novemberwoche, denn dann haben die meisten Arbeitnehmer ihr Weihnachtsgeld auf dem Konto. Um dem Mitbewerb wie der Media/Saturn-Kette das Kontern zu erschweren, wird das Angebot stets bis zum Wochenende davor geheim gehalten. Im Jahr 2007 ist aber auf der belgischen Webseite von Aldi(öffnet im neuen Fenster) , die auch in Deutsch vorliegt, bereits ein PC zu finden(öffnet im neuen Fenster) , der dem in der Regel einheitlichen Weihnachts-PC des Discounters entsprechen dürfte.
Doch auch das ist nichts Ungewöhnliches bei Aldi-Rechnern, schon öfter haben die Lieferanten ob des hohen Auftragsvolumens für den Aldi-Partner Medion Sonderversionen von PC-Komponenten angefertigt. So geschehen beispielsweise im November 2000 , als Intel einen Pentium III mit 900 MHz und einem FSB-Takt von 100 MHz stellte, der so nie in den Preislisten des Chipherstellers aufgetaucht ist.
Auch die Grafikkarte des MD 8828 scheint ein Sondermodell zu sein, sie verfügt laut Aldi Belgien über eine GPU vom Typ "GeForce 8600 GS", den es von Nvidia bisher aber nicht gibt. Die bei Aldi angegebene Speicherausstattung von 256 MByte DDR2-Speicher deutet aber darauf hin, dass es sich um ein abgespecktes Modell der 8600 GT handelt, die in den bisherigen Versionen mit GDDR3-Speicher versehen ist.
Obwohl es unabhängig von Modellvarianten mindestens vier schnellere Grafikkarten von Nvidia gibt (GT, GTS, GTX, Ultra), bezeichnet Aldi das Gerät als "High-End Grafikkarte". Passend zum optischen Laufwerk bringt die Karte einen HDMI-Ausgang mit; ob zusätzlich ein DVI- und/oder VGA-Ausgang vorhanden ist oder ein Adapter mitgeliefert wird, geht aus dem Angebot nicht hervor. Zu beachten ist auch, dass für Filme von HD-DVD oder BD ein digital angeschlossenes Display HDCP beherrschen muss.
Um trotz der HD-Ausstattung einen Preis von deutlich unter 1.000,- Euro zu erreichen, hat Aldi beim MD 8828 einige Mittelklasse-Komponenten verbaut: Die 500-GByte-Festplatte und der Core 2 Duo E6750 (2,66 GHz, FSB 1333) finden sich auch in weit günstigeren Komplett-PCs. Praxisgerecht für das mitgelieferte Windows Vista Home Premium sind jedoch die 2 GByte DDR2-Systemspeicher, dessen Geschwindigkeit aber noch nicht bekannt ist. Auch auf Gigabit-Ethernet muss man verzichten, dafür ist aber ein WLAN-Modul nach 802.11b/g/n verbaut, das mit brutto bis zu 300 MBit/s funken kann.
Ungewöhnlich dagegen ist der Fernsehtuner, der nicht nur analogen Empfang und DVB-T, sondern auch DVB-S beherrscht - Karten für digitales Satellitenfernsehen finden sich sonst nur in wenigen Fertigrechnern. Ob der Aldi-Rechner alle drei Tuner gleichzeitig nutzen kann, um etwa eine DVB-S-Sendung aufzuzeichnen, während ein DVB-T-Programm angesehen wird, ist jedoch nicht bekannt.
Üppig ist wie bei Aldi üblich das Softwarepaket: PowerDVD 7 Ultra dient zum Filme-Gucken, auch für HD-Streifen, weitere Cyberlink-Programme wie PowerDirector besorgen den Videoschnitt. Nero 8 samt Nero Recode 2SE dienen zum Eindampfen von Videos und als Brennprogramm, Ulead PhotoImpact 12 SE bearbeitet Fotos, und Microsofts Works 9.0 liegt als kleines Office-Paket bei. Ob sich in der beworbenen "Medion Home Cinema Suite" die Funktion für parallele Nutzung der drei Tuner versteckt, kann nur vermutet werden. Klar ist jedoch, warum der multimedial ausgestattete PC mit Intels Viiv-Logo verziert ist: Dafür winken Werbekostenzuschüsse.
In Belgien will Aldi den Rechner ab dem 28. November 2007 verkaufen - für 899,- Euro ist die Ausstattung recht attraktiv, vor allem, weil es das Kombi-Laufwerk sonst so noch nicht gibt. Wie bei den Aldi-PCs üblich, lohnt sich aber auch das neue Modell nur, wenn man die HD-Fähigkeiten wirklich nutzen will. In puncto Rechenleistung und Festplattengröße gibt es weit bessere Angebote für weniger Geld. Dennoch erscheint die Ausstattung weit attraktiver als Aldis Weihnachts-PC des Jahres 2006 , der zwar für 100,- Euro weniger auch HDMI bot - aber kein HD-Laufwerk.
Nachtrag vom 24. November 2007, 17:30 Uhr:
Auf den Webseiten von Aldi-Süd findet sich nun das Angebot(öffnet im neuen Fenster) für den Rechner, der als "MD 8828" in der genannten Ausstattung demnach auch in Deutschland am dem 28. November 2007 für 899,- Euro verkauft wird. Auch der Hersteller Medion hat für den PC eine Webseite(öffnet im neuen Fenster) eingerichtet, auf der die technischen Daten detailliert genannt werden. Das optische Laufwerk von LG kann demnach HD-DVDs und Blu-ray Discs nur lesen, aber alle gängigen CD- und DVD-Formate beschreiben.
An der Rückseite befinden sich neben den üblichen Anschlüssen auch Buchsen für SCART, S-Video, Composite und Komponentensignale. Die Grafikkarte verfügt über Verbindungen für DVI-I, HDMI und VGA. Auch ein serieller Port und PS/2-Anschlüsse für Maus und Tastatur sind noch vorhanden, nicht jedoch ein Parallelport.
Nur am Anschlussfeld der Vorderseite ist ein eSATA-Port zu finden, zusätzlich sitzen hier Eingänge für Ton und Bild (S-Video, Composite) ein Speicherkartenleser für CF, SD, MMC und MS sowie zwei USB-2.0-Ports und Buchsen für Kopfhörer, Mikrofon und Firewire.
An der Oberseite des Rechners befindet sich eine Vertiefung, in die eine ebenfalls am 28. November 2007 für 99,- Euro angebotene externe 500-GByte-Festplatte eingeklinkt werden kann.
Dieses Gerät findet am neuen Aldi-PC per eSATA Anschluss, verfügt aber auch über einen USB-2.0-Port. Mit dem Rechner werden eine optische Funkmaus samt kabelloser Tastatur und eine Fernbedienung geliefert. Wie schnell der Speicher arbeitet und ob sich die drei TV-Tuner parallel nutzen lassen, ist weiterhin nicht bekannt.



