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Spieletest: Mass Effect - Sci-Fi-Rollenspiel begeistert

Neuer Titel von Bioware vorerst nur für die Xbox 360. Wenn Bioware – der Entwickler hinter solchen Titeln wie Star Wars: Knights Of The Old Republic (KOTOR) – ein Spiel fertigstellt, wird das mittlerweile mit größter Spannung und Aufmerksamkeit wahrgenommen. Von Mass Effect verspricht sich vor allem Microsoft mehr als nur ein weiteres Rollenspiel-Highlight; der Titel soll zum Verkaufsschlager im diesjährigen Weihnachtsgeschäft werden und vor allem auch den Absatz der Xbox 360 ankurbeln. Und trotz der großen Erwartungen gelingt es Mass Effect, (fast) nicht zu enttäuschen.
/ Thorsten Wiesner
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Warum Mass Effect ein großartiges Spiel ist und im Grunde in jede Xbox-360-Sammlung gehört, wird einem bereits wenige Minuten nach Spielstart deutlich: Bioware hat es mal wieder geschafft, in puncto Atmosphäre und Story Maßstäbe zu setzen. Zwar konnte das Spielestudio diesmal nicht auf die Star-Wars-Lizenz bauen, dafür erschuf es aber ein eigenes Science-Fiction-Universum, das zwar deutlich bei Star Wars, Star Trek und Stargate abkupfert, insgesamt aber so eigenständig ist, dass man sich eher über Parallelen zu anderen Universen freut denn etwaige Plagiatsvorwürfe zu üben.

Mass Effect – Launch-Trailer auf Englisch
Mass Effect – Launch-Trailer auf Englisch (01:50)

Im Mittelpunkt des Spiels steht Commander Shepard, allerdings erlauben es einem die Entwickler zunächst, den Commander durchaus nach eigenem Gutdünken zu variieren – sowohl äußerlich als auch im Hinblick auf die eigenen Stärken und Fähigkeiten. Ist das vollbracht, findet man sich bereits im eigentlichen Spiel wieder. Ein eigenständiges Tutorial gibt es nicht, die Bedienungsoptionen werden nach und nach und fast nebenbei erklärt.

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Zu diesem Zeitpunkt ist man allerdings schon von der Geschichte gefesselt, die von einer alten, ausgestorben geglaubten Zivilisation mit unglaublicher Macht handelt – und dem Kampf diverser Völkergruppen, sich der Waffen dieses Volkes zu bemächtigen. Dem Spieler obliegt es hierbei nun nicht nur, früher oder später das Universum zu retten, sondern auch eine Bresche für die Menschheit zu schlagen. Die spielt zu Beginn nämlich nur eine untergeordnete Rolle – und es liegt an Shepard zu beweisen, dass man den Menschen durchaus trauen und ihnen Verantwortung übertragen kann.

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Schon bald gilt es, die ersten Gefechte zu führen. Obwohl sich Mass Effect hier im ersten Moment wie ein 3rd-Person-Shooter mit optischen Parallelen zu Halo anfühlt, spielt es sich doch komplett anders. Im Grunde muss nämlich vor jedem Gefecht pausiert, die eigene Taktik überlegt und die richtige Waffe bzw. die passende Fähigkeit ausgewählt werden; erst dann geht es in den Kampf.

Übrigens bestimmt man Derartiges nicht nur für den eigenen Charakter, sondern auch für die Truppe, die einen schon bald begleitet – neben generellen Befehlen wie "Stellung halten" oder "Vorausgehen" lässt sich jedes Crew-Mitglied auch gezielt und bestimmt lenken.

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Mass Effect bietet einen guten Mix aus Action, Charakterentwicklung, Erkundungsgängen bzw. –fahrten mit dem eigenen Jeep und vielen Multiple-Choice-Gesprächen. Letztere sind so ähnlich bereits aus den KOTOR-Titeln bekannt: Je nachdem, ob man sich eher freundlich-kommunikativ oder abweisend-aggressiv verhält, verändert sich auch der Spielablauf; die eigenen Aktionen und Aussagen nehmen also deutlichen Einfluss auf den Spielablauf und auch auf den Ausgang der Geschichte.

Das Multiple-Choice-System ist allerdings vor allem zu Beginn etwas verwirrend – es wird nicht die eigentliche Aussage ausgewählt, sondern kurze Stichworte, die andeuten, was Shepard danach von sich gibt. Im Gegensatz zu den Star-Wars-Titeln schlägt man sich hier allerdings nicht komplett auf die gute oder böse Seite; vielmehr gibt es diverse Abstufungen und die Möglichkeit, immer wieder neu zu entscheiden.

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Trotz der Menge an Gesprächen lässt die Spannung im Verlauf kaum nach – was natürlich auch an der herausragenden Präsentation liegt. Die zahllosen Cutscenes sind filmreif inszeniert, der Wechsel von Spiel- und Zwischensequenzen erfolgt immer fließend.

Beeindruckend ist die technische Perfektion, mit der vor allem die Charaktere designt wurden: Die Gesichter sind teilweise das Beste und vor allem Glaubwürdigste, was es bisher auf der Xbox 360 zu sehen gab. Auch die komplett deutsche Sprachausgabe ist gut abgepasst, meist lippensynchron und stimmig.

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Im Spielverlauf werden diverse neue Planeten und Systeme bereist, wobei sich hier allerdings bald eines der kleineren Probleme von Mass Effect abzeichnet: Der Ablauf ähnelt sich doch immer wieder stark. Bei jeder ersten Landung kommt es zunächst zu einer Erkundungsfahrt mit dem Mako Rover, der sich leider nicht ganz so problemlos steuert, wie man es sich wünschen würde – vor allem die Bedienung der Feuerwaffen des Fahrzeugs hätte etwas besser abgestimmt sein können, was vor allem in den gelegentlichen Kämpfen mit den riesigen Sandwürmern offensichtlich wird. Ebenfalls schade: Angesichts der Zeit, die man mit dem Mako verbringt, wäre es durchaus angebracht gewesen, das Fahrzeug auch aufrüsten und verbessern zu können; leider fehlt dazu die Möglichkeit.

Dafür wird eifrig an den eigenen Fähigkeiten gestrickt – wer sich mit Derartigem nicht gerne beschäftigt, lässt die Software das Aufleveln übernehmen, ansonsten dürfen Punkte munter zwischen Stärken und Klassen verteilt werden.

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Trotz aller gerechtfertigter Begeisterung über Mass Effect: Perfekt ist das Spiel bei weitem nicht. Zwar sind es immer nur kleinere Dinge, die einem negativ auffallen – zusammengenommen sorgen sie aber doch dafür, dass es schwer fällt, dem Spiel den Adelstitel "Meilenstein" zu verpassen. Das beginnt bei der teils etwas unübersichtlichen Menü-Bedienung, geht über gelegentliche Ruckler und führt bis hin zur Tatsache, dass man am Ende einfach das Gefühl hat, nicht alles gesehen zu haben, was einem versprochen wurde. Die Story vermittelt einem gleich zu Beginn den Eindruck unglaublicher Größe: Nachdem die Citadel, die Hauptstadt des Universums, komplett erkundet und auf diversen neuen Planeten gelandet wurde, stellt sich heraus, dass das Universum von Mass Effect eben doch nicht so ungeheuer komplex und abwechslungsreich ist, wie einem zunächst glaubhaft gemacht wurde.

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Insgesamt wird man mit Mass Effect etwa 30 Stunden verbringen. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, lässt aber Raum für weitere Entwicklungen – was auch durchaus gewünscht ist: Bioware will eine Trilogie entwickeln, auch Spielerweiterungen über Xbox Live wurden bereits erwähnt. Das Spiel erscheint übrigens zunächst exklusiv für die Xbox 360, auf eine PC-Version kann aber zumindest gehofft werden. So erklärte Bioware-Mitbegründer Greg Zeschuk anlässlich der E2007 gegenüber Golem.de auf die Frage bezüglich einer PC-Version: "Nun, wir waren schon immer eine PC-Spielefirma. Wir haben einen ziemlichen Track-record, was PC-Spiele anbelangt. Mehr sage ich dazu nicht" .

Mass Effect ist ab dem 23. November 2007 im Handel erhältlich und kostet etwa 60,- Euro. Eine etwas teurere Sammleredition gibt es auch, sie enthält u.a. noch Bücher und einen Teil des Soundtracks auf CD. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 16 Jahren erhalten.

Fazit:
Mass Effect ist technisch beeindruckend, wartet mit einer großartigen Story und einer glaubwürdigen Welt auf, kurz: Es ist das beste Rollenspiel des Jahres 2007. Vollkommen und rundum perfekt ist der Titel allerdings nicht – kleinere, aber spürbare Mankos trüben vor allem im späteren Spielverlauf ein wenig die Begeisterung. Eine Pflichtanschaffung für Xbox-360-Besitzer stellt der Titel trotzdem dar, denn wieder einmal erweist sich ein Bioware-Titel als etwas, das man besser nicht verpassen sollte.


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