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Spieletest: Metroid Prime 3 - Wii wird Shooter-tauglich

Abschluss der auf dem Gamecube gestarteten Trilogie. "Metroid Prime 3: Corruption" - der Abschluss der Metroid Prime-Trilogie - sollte ursprünglich zur Wii-Markteinführung erscheinen, wurde dann aber immer wieder verschoben, um jetzt doch endlich in die Läden zu kommen. Das Warten hat sich in diesem Fall aber mehr als gelohnt: Das Spiel stellt nämlich schlicht und ergreifend die neue Shooter-Referenz für Nintendos Wii-Konsole dar.
/ Thorsten Wiesner
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Ob die Hintergrundgeschichte von Metroid Prime 3 nun kreativ oder doch eher zu vernachlässigen ist, dürfte Ansichtssache sein. Deshalb hier auch nur ein kurzer Abriss der Ereignisse: Kopfgeldjägerin Samus und ihre Kollegen müssen mit ansehen, wie die heimische Raumstation von Weltall-Piraten angegriffen wird. Ein intelligenter, halborganischer Computer fordert Samus auf, bei der Verteidigung zu helfen, ist seinerseits aber von einem heimtückischen Virus infiziert. Samus zögert natürlich nicht lange, sondern macht sich auf eine Reise über diverse Planeten, die mit Rätseln und aggressiven Kontrahenten gespickt sind.

Zeichneten sich die beiden Metroid-Prime-Spiele für den Gamecube durch einen guten Mix aus Action-Passagen und Rätselaufgaben aus, hat sich der Schwerpunkt diesmal eindeutig in Richtung Shooter verschoben. Zwar muss Samus immer noch unzählige Objekte scannen und so ihre Bedeutung herausfinden, Zugänge zu zunächst nicht erreichbaren Ebenen freilegen und andere Puzzles lösen, indem sie sich etwa in den Morphball verwandelt und so durch enge Korridore rollt. Insgesamt gibt es aber deutlich mehr Feuergefechte, so dass sich Corruption stellenweise wie ein waschechter First-Person-Shooter spielt.

Dafür wurde die Steuerung allerdings auch optimal an die Wii-Controller angepasst: Laufen wird per Nunchuck erledigt, mit Wiimote zielt und schießt man. Eine derartige Aufteilung gab es zwar auch schon bei anderen Wii-Titeln, bisher hat sie allerdings noch nie so gut funktioniert wie hier. Die Entwickler lassen dem Spieler zudem die Wahl zwischen mehreren Eingabearten; je nach Auswahl unterscheidet sich dann etwa auch die Geschwindigkeit, mit der man sich umdreht und die Perspektive ändert.

Sieht man von der Bedienung und der Betonung der Action ab, unterscheidet sich Corruption spielerisch nur begrenzt von den ersten beiden Metroid-Spielen. Für zusätzliche Abwechslung sorgen die Passagen, in denen Samus auf Grund ihrer Infizierung mit dem Gift Phazon in einen kräftezehrenden Hypermodus schalten und deutlich mehr Zerstörung anrichten kann. Im Großen und Ganzen verlässt sich der Titel aber auf seine bekannten Qualitäten.

Hinsichtlich der Präsentation haben die Entwickler allerdings ganze Arbeit geleistet: Im Vergleich zu vielen anderen Wii-Spielen sieht Corruption wirklich beeindruckend gut aus. Während die Konkurrenz ganz offensichtlich oft gar nicht erst versucht, die Konsolen-Hardware auch nur annähernd auszureizen, sind Charaktere, Planeten, die bekannten organischen Raumstrukturen und die Effekte allesamt voll und ganz gelungen. Sie machen das Spiel auch optisch zu einem Genuss und am dramatischen Soundtrack ist ohnehin nicht viel auszusetzen.

Metroid Prime Corruption ist exklusiv für Nintendo Wii im Handel erhältlich und kostet etwa 50,- Euro.

Fazit:
"Metroid Prime 3: Corruption" bildet den würdigen Abschluss einer großartigen Trilogie. Natürlich kann man bemängeln, dass sich inhaltlich nicht allzu viel getan hat und Metroid-Veteranen vieles wiedererkennen dürften. Andererseits stellt der Titel die neue Shooter-Referenz für Wii dar: Die Steuerung ist praktisch perfekt, die Technik souverän, das Gameplay durchgängig motivierend - da verzichtet man auch gerne auf die eine oder andere Innovation.


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