Spieler mögen DirectX-10-Karten, aber kein Windows Vista
Die zweimal im Jahr durchgeführte Valve-Umfrage(öffnet im neuen Fenster) gilt als eine der verlässlichsten Bestandsaufnahmen der bei Computerspielern real existierenden Hardware – abseits aller Marketing-Maßnahmen der Industrie. Die Steam-Nutzer können daran freiwillig teilnehmen, die Daten werden automatisch aus dem System ausgelesen und sollen damit vor Manipulationen weitgehend geschützt sein. Zu beachten ist dabei, dass die USA als größter Spielemarkt die Valve-Umfrage stets stark prägt – dort wird aber oft auch auf älteren Fertig-PCs gespielt, nicht nur auf Selbstbau-Boliden.
In der ersten Woche der aktuellen Herbst-Umfrage hatten bereits über 300.000 Steam-Kunden teilgenommen, so dass die Ergebnisse nach den Erfahrungen mit früheren Steam-Umfragen schon klare Trends erkennen lassen. Mit Ausnahme von Nvidias DirectX-10-Karten nehmen Spieler aktuelle Technik weit langsamer an als die Hardware-Branche oft glauben machen will. Nach genau einem Jahr Marktpräsenz setzen bereits 9,8 Prozent der Steam-Nutzer eine Grafikkarte aus Nvidias 8800-Serie ein. Die folgenden vier Plätze nehmen ebenfalls Nvidia-Karten der Serien 6 und 7 ein, insgesamt setzen 52, 4 Prozent der Teilnehmer, auf eine Karte von Nvidia. ATI bzw. AMD ist mit 29,4 Prozent gegenüber den Ergebnissen von vor 18 Monaten deutlich abgeschlagen – damals waren es noch über 41 Prozent. Entgegen früheren Befragungen wertet Valve nun nicht mehr aus, ob eine oder zwei Grafikkarten im System stecken.
Bei den Prozessoren holt Intel weiter auf, nachdem AMD lange Jahre der Liebling der Spieler war. Laut der neuen Steam-Umfrage rechnen 55,8 Prozent der Spieler mit Intel, 44,2 Prozent mit AMD. Trotz Intels konstanter Preissenkungen und Marketing-Kampagnen eigens für Spieler findet der Wechsel zu den derzeit schnellsten Desktop-Prozessoren also offenbar recht langsam statt. Spiele-Entwickler dürfen sich auch weiterhin nicht blind auf Mehrkern-Prozessoren verlassen: 61,7 Prozent der Befragten verfügen noch über einen Single-Core-Prozessor, 35,4 Prozent immerhin über eine CPU mit zwei Kernen. Und für Quad-Cores konnten sich bisher nur ganze 2,9 Prozent begeistern.
Das seit elf Monaten für Endkunden verfügbare Windows Vista ist bei Spielern kein Renner, obwohl DirectX-10-Spiele nur damit zeigen, was sie können: Nur 14,1 Prozent der Anwender spielen unter Windows Vista, 84,3 Prozent immer noch mit Windows XP.