Abo
  • Services:

Interview: David Braben über Elite, The Outsider & Herzblut

The Outsider
The Outsider
Golem.de: Wie haben Sie dann mit Elite angefangen?

Stellenmarkt
  1. BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, Berlin
  2. OHB System AG, Bremen, Oberpfaffenhofen

David Braben: Ich hatte bis dahin schon echtes 3D entwickelt und ein kleines Spiel geschrieben. Es gab für jeden abgeschossenen Stern 10 Punkte. Das war für kurze Zeit unterhaltsam, aber auf die Dauer ziemlich langweilig. Also überlegten wir uns etwas Neues. Statt Punkte sollte es Geld geben und die Spieler sollten damit ihr Schiff aufrüsten können, neue Waffen, neue Ausrüstung und Waren und so kaufen können. Wir hatten alle möglichen Ideen. Und alles war logisch und irgendwie aufeinander abgestimmt. Zur besseren Waffe gab es ein besseres Schild und so weiter. Das Spiel war spannend, doch es war einfach zu groß.

Golem.de: Und somit begann die Jagd nach Bytes?

David Braben: Genau! (Lacht) Der Standard BBC Micro hatte 32 KByte RAM. Aber wir brauchten schon 16 allein für die Grafik. Also hatten wir nur 16 KByte für den ganzen Rest... Doch wir fanden schließlich einen Weg, die Interna der Maschine so zu konfigurieren, dass die Grafik in einer etwas niedrigeren Auflösung angezeigt wurde. Dann verringerten wir mit Hilfe eines Interrupts den Farbumfang und gewannen somit ganze 6 KByte und hatten nun 22 übrig! (Lacht) Heute kann man mit 22 KByte noch nicht einmal eine kleine Textur laden... Der Unterschied ist schon witzig. Aber wir verbrachten damals ganze Abende damit - Sie müssen bedenken, dass wir ja eigentlich beide studierten -, Kilobytes RAM zu jagen. Hatte Ian beispielsweise 4 gefunden, fragten wir uns, was wir damit machen könnten. Dann sagte ich: Nun, ich weiß nicht, was wir mit 4 machen könnten, aber wir können dieses coole Feature mit 6 KByte einbauen...! Also suchten wir weitere 2! (Lacht) Wir benutzten viele dreckige Tricks, um Speicher zu sparen. Gleiche Werte für unterschiedliche Daten, ähnlicher Code für unterschiedliche Programmteile und so weiter... Es war eine fantastische, spaßige Zeit!

Golem.de: Als Sie schließlich fertig waren, was dann?

David Braben: Wir hatten ständig Angst, jemand würde etwas Ähnliches oder Besseres machen. Ich meine, wenn wir so etwas schon konnten, dann müssten das die Profis doch schon lange können. Erst als wir wirklich kurz vor Schluss waren, zeigten wir es überhaupt jemandem. Dann gingen wir zuerst zu Thorn EMI. Mit denen hatte ich ja schon Kontakt und wir dachten, dass eine große internationale Firma eher daran interessiert wäre. Alle fanden es toll und insbesondere die Programmierer waren begeistert. Dennoch wurde das Spiel abgelehnt. Ich bekam einen Brief von Sand Meckenzie, in welchem stand, dass Leute Punkte erzielen wollen, dass sie Spiele innerhalb von knapp 10 Minuten durchspielen wollen und sich nicht in einer offenen Welt verlieren wollen oder sogar Spielstände auf einer Kassette speichern müssen. (Lacht) Im Wesentlichen wurde alles kritisiert, was wir als die Schlüsselpunkte des Spiels begriffen. Wir waren sehr verunsichert.

Golem.de: Doch dann gingen Sie zu Acornsoft in Cambridge?

David Braben: Ja, Acorn war eine recht kleine lokale Firma, die nicht international agierte. Wir stellten Elite dort vor und alle flippten aus. Sie waren kaum zu halten. Direkt nach unserer Zusage starteten sie eine riesige Werbekampagne. Zwei Jahre später, 1984, wurde es dann mit einer großen Release Party im Thorpe Theme Park veröffentlicht. So etwas gab es bis dahin in England noch nie. Sie waren wirklich überzeugt, dass es ein Erfolg werden würde. Das motivierte uns natürlich unheimlich. Im Nachhinein bin ich sogar sehr froh, dass EMI das Spiel abgelehnt hatte. Acorn hatte zwar bis dahin nur Spiele mit einer maximalen Auflage von 30.000 Stück verkauft, doch sie machten ein sehr großes Ding aus Elite. Die erste Auflage hatte sogar 50.000!

Golem.de: Und war sofort ausverkauft...?

David Braben: Richtig! Innerhalb von einer Woche! Dann machten sie weitere 50.000 Kopien und so fort. Das war toll! Wir hatten viel Glück! Offenbar zur richtigen Zeit am richtigen Ort... (lacht)!

 Interview: David Braben über Elite, The Outsider & HerzblutInterview: David Braben über Elite, The Outsider & Herzblut 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 119,90€

a 21. Nov 2007

ha, stimmt, privateer :) und weil du das SNES nochmal erwähnt hast, und absolut ja...

cf_schulle 21. Nov 2007

Hm, auch wenn X3 (kenne nur die Demo) nicht schecht ist, und die Grafik deutlich...

a 20. Nov 2007

stimmt schon :/ ich selbst habe mich mal an - müsste Elite 2 gesen sein? oder das...

peterchen 20. Nov 2007

jo, liebe Golemer, fein, bitte weiter so.

peterchen 20. Nov 2007

... dann sind eigentlich alle Altmeister des Computerspiels innerhalb von zwei Wochen im...


Folgen Sie uns
       


Padrone-Maus-Ring - Kampagnenvideo (Indiegogo)

Der Ring des Schweizer Startups Padrone soll die Maus überflüssig machen.

Padrone-Maus-Ring - Kampagnenvideo (Indiegogo) Video aufrufen
IT-Sicherheit: 12 Lehren aus dem Politiker-Hack
IT-Sicherheit
12 Lehren aus dem Politiker-Hack

Ein polizeibekanntes Skriptkiddie hat offenbar jahrelang unbemerkt Politiker und Prominente ausspähen können und deren Daten veröffentlicht. Welche Konsequenzen sollten für die Sicherheit von Daten aus dem Datenleak gezogen werden?
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Datenleak Ermittler nehmen Verdächtigen fest
  2. Datenleak Politiker fordern Pflicht für Zwei-Faktor-Authentifizierung
  3. Politiker-Hack Wohnung in Heilbronn durchsucht

CES 2019: Die Messe der unnützen Gaming-Hardware
CES 2019
Die Messe der unnützen Gaming-Hardware

CES 2019 Wer wollte schon immer dauerhaft auf einem kleinen 17-Zoll-Bildschirm spielen oder ein mehrere Kilogramm schweres Tablet mit sich herumtragen? Niemand! Das ficht die Hersteller aber nicht an - im Gegenteil, sie denken sich immer mehr Obskuritäten aus.
Ein IMHO von Oliver Nickel

  1. Slighter im Hands on Wenn das Feuerzeug smarter als der Raucher ist
  2. Sonos Keine Parallelnutzung von Alexa und Google Assistant geplant
  3. Hypersense-Prototypen ausprobiert Razers Rumpel-Peripherie sorgt für Immersion

Geforce RTX 2060 im Test: Gute Karte zum gutem Preis mit Speicher-Aber
Geforce RTX 2060 im Test
Gute Karte zum gutem Preis mit Speicher-Aber

Mit der Geforce RTX 2060 hat Nvidia die bisher günstigste Grafikkarte mit Turing-Architektur veröffentlicht. Für 370 Euro erhalten Spieler genug Leistung für 1080p oder 1440p und sogar für Raytracing, bei vollen Schatten- oder Textur-Details wird es aber in seltenen Fällen ruckelig.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Grafikkarte Geforce GTX 1660 Ti soll 1.536 Shader haben
  2. Geforce RTX 2060 Founder's Edition kostet 370 Euro
  3. Turing-Architektur Nvidia stellt schnelle Geforce RTX für Notebooks vor

    •  /