Poor Man's Broadband - DitTorrent umgeht das Internet
Internet in Entwicklungs- und Schwellenländern ist teuer, allein 40 Länder auf der Welt sind mit weniger als 10 MBit/s an die Außenwelt angebunden. In Pakistan schlägt ein Breitbandanschluss mit 2 MBit/s mit rund 4.000 US-Dollar pro Monat zu Buche, weshalb in diesen Ländern das Internet in erster Linie per Modem genutzt wird. Allerdings hinkt auch hier die Geschwindigkeit dem Möglichen hinterher, denn auch wenn mit einem 56K-Modem eine Bandbreite von rund 40 KBit/s erreichbar ist, kommt man in der Regel nur mit 10 bis 20 KBit/s ins Internet. Direkte Verbindungen zweier Computer per Modem sind oft deutlich schneller, beschreibt Umar Saif zusammen mit Kollegen die Situation.
In ihren Experimenten ermittelten die Wissenschaftler um Saif eine durchschnittliche Bandbreite für Direktverbindungen von 32 KBit/s, während bei der Einwahl ins Internet nur Bandbreiten von 8 bis 15 KBit/s erreicht wurden. In großen Städten sinkt die für Nutzer verfügbare Bandbreite teilweise auf 2 KBit/s und dies liege nicht an schlechten Telefonleitungen, sondern dem überlasteten Upstream auf Seiten der Provider.
Mit ihrem an BitTorrent angelehnten System, das allerdings eher an das FidoNet(öffnet im neuen Fenster) erinnert, wollen sie den Austausch großer Dateien beschleunigen. Statt diese Dateien über das Internet zu verteilen, setzt "DitTorrent, so der Name, auf direkte Einwahlverbindungen zwischen verschiedenen Rechnern. So lässt sich nicht nur die langsame Internetanbindung an die Außenwelt umgehen, auch gegenüber dem lokalen Dateitausch über langsame Internetverbindungen ergeben sich Vorteile. Diese sollten mit neuen Zugangstechnologien wie WiMax noch deutlicher werden, so Saif, denn die letzte Meile sei eben nicht das Problem.
Neben dem an BitTorrent angelehnten Interface steht auch ein "WWW Download Accelerator" zur Verfügung, der als Browser-Plug-In daherkommt. Dieser lädt Dateien wenn möglich über DitTorrent, also direkt von einem anderen Rechner, statt über die normale Internetverbindung. Bei jeder direkten Verbindung tauschen DitTorrent-Systeme neben den herunterzuladenden Daten auch Informationen darüber aus, welche Datenblöcke sie auf anderen DitTorrent-Systemen gefunden haben, so dass sich die Information, welche Dateien wo zu finden sind, mit jeder Verbindung weiterverteilt. Neue Rechner im System erhalten von einem Tracker Informationen darüber, welche Teile einer Datei von welchen Systemen bereits heruntergeladen wurden.
Details zu DitTorrent finden sich in einem Aufsatz von Umar Saif, Ahsan Latif Chudhary, Shakeel Butt und Nabeel Farooq Butt mit dem Titel Poor Man's Broadband: Peer-to-Peer Dialup Networking(öffnet im neuen Fenster).
- Anzeige Hier geht es zur AVM Fritzbox 7590 AX bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



