Sun stellt xVM-Virtualisierung vor

Neue Plattform basiert auf freiem Hypervisor Xen

Auf der Oracle OpenWorld hat Sun seine Virtualisierungsplattform xVM vorgestellt. Die setzt im Kern, wie schon früher angekündigt, auf das Open-Source-Projekt Xen und wird anfangs aus Server-Software sowie einer Verwaltungsanwendung bestehen. Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Branchengrößen ist bereits gesichert.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

Geredet hatte Sun schon früher über xVM, eine eigene Version des Xen-Hypervisors für Solaris, nun wurde die entsprechende Plattform vorgestellt. Suns Virtualisierungsangebot wird zum einen aus dem xVM-Server bestehen, dem eigentlichen Hypervisor, der ohne gesondertes Wirtsbetriebssystem direkt auf der Hardware läuft. Der Hypervisor wird auf x86- sowie auf SPARC-Systemen laufen - der andere Name wurde, so Sun in der Vergangenheit, hauptsächlich aus markenrechtlichen Gründen gewählt.

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Da es sich dennoch um die wohl bekannteste Open-Source-Virtualisierungslösung handelt, werden entsprechend dieselben Systeme als Gäste unterstützt, also Linux, Windows und natürlich auch Suns eigenes Unix-System Solaris. Linux kann dabei paravirtualisiert laufen, wobei der Kernel des Betriebssystems so angepasst wurde, dass er "weiß", dass er auf einem virtuellen System läuft. Dies bringt vor allem eine höhere Geschwindigkeit. Windows hingegen lässt sich als proprietäres System nicht dahingehend modifizieren und läuft nur auf Systemen mit einem Prozessor, der entsprechende Virtualisierungsfunktionen bietet. Sun hat aber ohnehin Server als Zielplattform im Auge.

Zusätzlich wird es das xVM Ops Center geben, eine Management-Konsole, mit der Administratoren ihre virtuellen und physischen Systeme gleichermaßen verwalten können sollen. Medienberichten zufolge kündigte Rich Green, Vizepräsident für Software bei Sun, auf Oracles OpenWorld an, dass diese Software unter der GPLv3 veröffentlicht wird. Über die Virtualisierungsplattform sollen die Gastsysteme auch von Sun-Techniken wie dem Dateisystem ZFS, Selbstheilungsfunktionen und dem Tracing-Framework DTrace profitieren.

Damit Suns neues Angebot gleich zu Beginn breit unterstützt wird, wurden Abkommen unter anderem mit AMD, Intel, MySQL, Quest Software, Red Hat und Symantec geschlossen. Die Zusammenarbeit mit Red Hat wurde detaillierter ausgeführt: So wird Sun Red Hats Automation-Strategie unterstützen und Red Hat im Gegenzug die xVM-Strategie. Dies beinhaltet Zertifizierungen und Support-Varianten, die sich über beide Angebote erstrecken. Beide Unternehmen wollen überdies die Libvirt vorantreiben, eine von Red Hat initiierte Bibliothek, die als Schnittstelle zwischen verschiedenen Virtualisierungslösungen - etwa Xen und KVM - und Management-Software gedacht ist.

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Symantec will ebenfalls zur Verwaltung virtueller Maschinen sowie zum Schutz dieser vor Schadsoftware beitragen. MySQL unterstützt wenig verwunderlich das gleichnamige Datenbankprodukt auf der xVM-Plattform. Laut Sun wird der xVM-Hypervisor unter anderem auf Servern von Dell, Fujitsu, HP, IBM und natürlich von Sun selbst laufen.

Unter openxvm.org soll ferner eine Open-Source-Community rund um Suns Virtualisierer entstehen. Das Unternehmen wird passend zu der Plattform Support-Angebote ins Programm nehmen.

XenSource, die von den Xen-Entwicklern gegründete Firma, wurde im Sommer 2007 von Citrix gekauft. Hier arbeitet auch weiterhin der Xen-Hauptentwickler Ian Pratt, der die Entwicklung auch weiter lenken wird, dies aber in Zusammenarbeit mit weiteren Firmen wie AMD und Intel, die ein Gremium formen sollen. Erst vor wenigen Tagen hatte auch Oracle eine Virtualisierungslösung auf Xen-Basis vorgestellt. Das Unternehmen Virtual Iron setzt bei seinem gleichnamigen Produkt ebenfalls auf Xen als Basis. Darüber hinaus verwenden Novell und Red Hat den Hypervisor als primäre Virtualiserungssoftware in ihren Enterprise-Linux-Distributionen.

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