Interview: Tetris - die Mutter aller Casual Games

Tetris für Nintendo GameBoy
Golem.de: Auf dem PC? Sie hatten Tetris doch für den Elektronika-60 programmiert?
Alexey Pajitnov: Das ist richtig. Doch lag im PC die Zukunft. Also adaptierten wir das Programm für MS-DOS. Wir hatten einige DOS-PC bei uns am Zentrum. Auf dem Elektronika-60 gab es außerdem keine Grafik. Der Monitor konnte nur Schriftzeichen und Symbole darstellen. Die Blöcke für Tetris hatte ich darum mit eckigen Klammern ( [ ] ) zusammengesetzt. Das war nicht wirklich schön. Doch der PC hatte sogar Farbe! Wir wollten Tetris attraktiver machen, da war der PC optimal. Geholfen hat mir dabei lustigerweise ein Schüler, Vadim Gerasimov. Er war gerade mal 15 oder 16 und machte eine Art Praktikum bei uns. Einer dieser genialen Hacker - er kannte DOS bis auf das kleinste Bit. Sogar die großen Wissenschaftler bei uns kamen zu ihm und baten ihn um Hilfe. Das war im Sommer 1985. Nach sechs Monaten waren wir dann endlich zufrieden mit der PC-Version und beschlossen, es zu veröffentlichen Ich meine, wir haben es unseren Freunden gegeben, die es wieder anderen Freunden gegeben haben! (Lacht) Einen Softwaremarkt gab es ja nicht.
Golem.de: Und wie ist Tetris dann in den Westen gelangt? Wo es ja dann doch für Geld veröffentlicht wurde?
Alexey Pajitnov: Irgendwie ist das Programm bis nach Ungarn gewandert. Die Ungarn verkauften damals schon Software an westliche Firmen. Robert Stein war zu der Zeit ein Agent für Andromeda, ein westlicher Publisher, der gern sowjetische Software billig lizenzierte und teuer verkaufte. Zufällig fand er auch Tetris auf einem der Rechner, wo er nach anderen Programmen suchte. Er war sofort begeistert und wollte die Lizenz. Ich hatte aus irgendeinem Grund eine Copyrightzeile auf den Startbildschirm geschrieben, also meldete sich Stein direkt bei dem Computerzentrum in Moskau. Dort wollte aber niemand etwas von dem Programm wissen, denn schließlich war es kein genehmigtes Forschungsprojekt, sondern ein privates Hobby von mir. Irgendwie gelangte er doch an ein Telex, das ihm mehr oder weniger erlaubte, das Programm für Computer zu lizenzieren. Er nahm es für voll und verkaufte es an Mirrorsoft in Großbritannien und Spectrum Holobyte in den USA, beide Teil des Maxwell-Konzerns. Und wieder verteilte es sich rasend schnell und erschien auf jedem PC-System, dem Commodore 64, BBC Micro, Sinclair, IBM-PC... einfach überall. Kurz darauf ging der Streit um die Konsolenrechte los. Ataris Konsolendivision Tengen lizenzierte diese von Maxwell, doch dies sah Nikolai Belikov von der neu gegründeten russischen internationalen Softwareagentur Elektronorgtechnica, kurz ELORG, anders. Am Ende gewann Nintendo durch die Hilfe von Henk Rogers von Bullet Proof Software die Lizenz für beides, die Handheld- und die Konsolenversion. Doch dies ist eine lange Geschichte, über die auch schon viel geschrieben wurde.
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Ich würde Sagen das du Das Spiel hier meinst Triptych
Tetris Creator IS getting paid (kotaku) ...first of all, it's not true (dass er damit...
ich sag doch ich hab es auch gespielt und mich gefreut aber die zeit is rum! der alte...
Geht mir genauso. Als ich vor ca. 18 Jahren den Ur-Game-Boy gekauft hab, war es dabei...