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Interview: Web 2.0 verändert die Gesellschaft fundamental

Golem.de: Wenn nun die Einbindung der Nutzer ein wesentlicher Aspekt des Web 2.0 ist und dieses alle Aspekte des Lebens erfasst, dann bedeutet dies aber zugleich einen Machtverlust für die heutigen Produzenten?

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Nickull: Ich glaube nicht, dass ein Film- oder Musikproduzent an Macht verliert. Vielmehr werden gute Produzenten, die die Beiträge ihres Publikums konstruktiv aufnehmen, in die Lage versetzt, etwas Besseres zu schaffen. Es wird weiterhin jemanden geben, der die letzten Entscheidungen trifft, aber vielleicht gibt es eines Tages zehn verschiedene Versionen eines Films. Schon heute gibt es Filme mit mehr als einem Ende; seit über zehn Jahren wird mit solchen Dingen experimentiert. Produzenten, die in der Lage sind, mit Unternehmen wie movieset.com zu arbeiten und dies zu schätzen wissen, werden einen riesigen Vorteil haben. Und es gibt einen weiteren großen Vorteil, denn heute werden viel mehr Filme produziert als ins Kino kommen. Bei manchen reicht es nicht einmal für eine DVD-Veröffentlichung, da eine kleine Gruppe von Leuten glaubt, dass sich niemand dafür interessiert. Nun stell dir vor, ein solcher Produzent nutzt eine Plattform wie Movieset und bringt dadurch eine Fangemeinde von 25 Millionen Nutzern mit, die täglich die Arbeit an dem Film bewerten - dann hat er seinen Film mit Hilfe seiner Produktionsmittel bereits bekannt gemacht. Ein Gewinn für Produzent und Publikum.

Solche Muster werden unser aller Leben in Zukunft besser machen, mit einschneidenden Folgen für diejenigen, die dies nicht verstehen und Plattformen wie Movieset auch in zehn Jahren noch nicht nutzen. Sie werden sich fragen, warum ihre Filme ins Kino kommen.

Golem.de: Aber ist nicht genau dies der Knackpunkt? Nehmen wir die Musikindustrie, die heute kontrolliert, welche Platten verkauft werden. Deren Geschäftsmodelle basieren auf dieser Kontrolle, denn das Pressen der CDs allein rechtfertigt nicht die Preise, die dafür verlangt werden. Wenn sich die Musikindustrie vor diesem Hintergrund nicht neu erfindet, müssten ihre Tage bald gezählt sein?

Nickull: Das stimmt und gerade im Hinblick auf die Musikindustrie ist es besonders schwer abzuschätzen, was die Zukunft bringt. Ihr Kernprodukt ist eine Audiodatei und davon müssen sie sich lösen. Die Musikindustrie muss lernen, dass die Bindung zwischen Künstler und Fan weit mehr ist als eine einfache Audiodatei. Fans wollen sich mit ihren Idolen identifizieren - und das ist ein noch viel schwieriger fassbares Produkt. Ich weiß nicht, wie es sich zu Geld machen lässt. Wäre dies der Fall, würde ich sicher nicht hier sitzen und mit Ihnen reden, sondern irgendwo mit einem Drink am Strand liegen.

Virales Marketing ist ein Ansatz. Es gibt mehr Bands da draußen als CD-Käufer. Ich spiele selber in einer Band, 22nd Century, und wir bieten unsere Musik kostenlos bei MySpace an, niemand hat dafür bisher Geld bezahlt. Was wäre, wenn wir anderen die Möglichkeit geben würden, sich selbst mit unserer Musik aufzunehmen? Sie würden Bestandteil unserer Musik. Für Fans wäre es eine große Ehre, z.B. als Background-Sänger auf dem Album der eigenen Lieblingsband zu erscheinen. Mix2r.fm bietet etwas Ähnliches: Dort können Leute Songs hochladen, die sie mit virtuellen Instrumenten eingespielt haben - der eine steuert den Bass bei, der andere die Gitarre.

Die Musikindustrie hat solche Ansätze komplett verpasst, sie verstehen es einfach nicht. Sie glauben, sie liefern ein Produkte in Schachteln aus und es gibt viele Konsumenten, die das mögen, etwas in der Hand halten wollen. Doch die Welt ist dabei, sich mit der heute jungen Generation zu verändern. Unternehmen und Künstler experimentieren mit neuen Ansätzen und ich bete darum, dass jemand erfolgreich ist und wir einen Weg finden, der den Künstlern ein Auskommen sichert.

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kriemhild 21. Nov 2007

unter dem begriff "web2.0" werden gesellschaftliche strömungen der medialen welt...

n00B 15. Nov 2007

Ja stimmt schon, ich meinte das auch eher in dem Sinne, der sog. P2P Programme wie skype...

Szczepan 15. Nov 2007

Wenn diese Entwicklung angeblich neue Werte definiert, dann kommt der Verstand wieder...

Micha2 15. Nov 2007

So wird das auch mit dem "Web 2.0" sein. Ich schlage mich seit ca. 7 Jahren durch Foren...

senfderdritte 15. Nov 2007

Web 2.0 gibt es nicht !!! Dieser neue Begriff ist einfach nur abartig weil sich...


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