Interview: Wuala speichert eigene Dateien im P2P-Netz
Golem.de: Wuala beschäftigt sich mit "Peer-to-Peer-Onlinespeicher". Welche Idee genau steckt hinter dem Dienst?
Golem.de: Dadurch erhalten die Nutzer aber keinen zusätzlichen Speicherplatz, sondern lediglich die Möglichkeit, Daten außerhalb des eigenen Rechners zu speichern?
Grolimund: Genau. Zum Start bekommen Nutzer zwar 1 GByte Speicher von uns zur Verfügung gestellt, wer aber mehr möchte, muss eigenen, lokalen Speicher gegen Online-Speicher tauschen. Es geht also nicht um Extraspeicher, sondern eine andere Qualität des eigenen Speichers. Statt nur lokal steht dadurch Onlinespeicher zur Verfügung, auf den von überall zugegriffen werden kann. Dieser kann auch mit Freunden geteilt und Dateien anderen Personen zur Verfügung gestellt werden, auch wenn sein Computer offline ist.
Golem.de: Was macht Wuala dabei anders als andere Anbieter mit ähnlichen Konzepten?
Golem.de: Das heißt aber, Wuala verlässt sich auf die Statistik, darauf, dass, wenn man nur genug redundante Stücke verteilt, sich die Datei immer rekonstruieren lässt?
Golem.de: Ich muss also nicht das ganze Foto wiederholen, um es wieder betrachten zu können, sondern nur eine ausreichende Zahl von Teilstücken?
Grolimund: Genau. Wird ein Foto oder etwas anderes in Wuala abgelegt, wird die Datei zuerst verschlüsselt, anschließend in, sagen wir, 100 Stücke aufgesplittet und diese 100 Stücke werden mit so genannten Erasure-Codes oder Fehler-Codes in redundante Fragmente kodiert, beispielsweise in 500. Um die Datei nun wieder herunterzuladen, werden gerade einmal 100 dieser Fragmente benötigt, wobei es keine Rolle spielt, welche 100 aus den 500 Fragmenten heruntergeladen werden. Dadurch ergibt sich ein Unterschied gegenüber einer Replikation, bei der beispielsweise mindestens eine der fünf Kopien des ersten Blockes benötigt wird und eine des zweiten Blockes usw. In unserem Beispiel fünffacher Redundanz kann die Datei so im Worst Case mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,99 Prozent wiederhergestellt werden.
Golem.de: Letztendlich geht dabei aber eine ganze Menge Speicherplatz verloren, um eine entsprechende Redundanz zu schaffen?
Golem.de: In welcher Form steht der Dienst zur Verfügung?
Golem.de: Diese läuft aber nur auf dem Desktop und lässt sich nicht z.B. als Dateisystem-Treiber einbinden oder als Dateisystem mounten?
Grolimund: Doch, das geht. Der Onlinespeicher wird wie ein Laufwerk eingebunden und dargestellt. Lediglich ein Datei-Listing geben wir derzeit noch nicht zurück, aber das ist nur eine Sache von Wochen, bis wir hier eine voll funktionale Festplatte haben, auf die Applikationen direkt Dateien ablegen können.
Golem.de: Dann stellt sich aber die Frage, wie sich der Dienst finanzieren soll, er ist für die Nutzer ja kostenlos?
Golem.de: Wie ist es denn um die Skalierbarkeit des Systems bestellt, wie viele Nutzer hat es heute und wie viele soll es verkraften können?
Grolimund: Unsere Technik ist darauf ausgelegt, in großem Maßstab zu skalieren. Mit wenigen Benutzern läuft der Dienst langsamer als mit sehr vielen. Sämtliche Simulationen und Überlegungen, die wir gemacht haben, sind davon ausgegangen, dass es zum Schluss Millionen von Benutzern sind.
Golem.de: Wie viele Benutzer hat Wuala heute?
Grolimund: Wir sind erst vor einem Monat gestartet und haben jetzt um die 2.000 Nutzer hereingelassen. Derzeit können sich neue Nutzer zwar anmelden, wir lassen diese aber nur schrittweise hinein. Wir sind noch in der Testphase.
Golem.de: Wie sind denn die ersten Erfahrungswerte, was Up- und Download-Geschwindigkeiten angeht?
Golem.de: Wuala grenzt sich von anderen Peer-to-Peer-Systemen dadurch ab, dass ein persistenter persönlicher Speicher zur Verfügung steht. Können trotzdem Dateien mit anderen Nutzern ausgetauscht werden?
Grolimund: Klar. Es gibt verschiedene Ordner, symbolisiert durch verschiedene Farben. Diese können mit ausgewählten Freunden geteilt, der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt oder nur privat genutzt werden. Zudem können Gruppen eingerichtet werden. Im Unterschied zu vielen anderen Systemen haben die Nutzer bei uns wirklich die Kontrolle über den Zugriff.
Golem.de: Wir werden die Dateien dabei verschlüsselt?
Golem.de: Dateien müssen dabei nicht zuerst komplett heruntergeladen werden, sondern z.B. Filme können schon beim Laden abgespielt werden?
Grolimund: Ja, Filme können direkt gestreamt werden. Der Nutzer springt an eine Stelle innerhalb des Films und dieser wird ab diesem Punkt abgespielt. Die Kodierung ist so ausgelegt, dass die einzelne Blöcke direkt eingelesen werden können.
Golem.de: Ist denn eigentlich der gesamte Datenverkehr, der dabei entsteht, verschlüsselt? Also beispielsweise das Stöbern und Suchen in Ordnern?
Grolimund: Der Zugriff auf den privaten Bereich und geteilte Ordner ist verschlüsselt, das Stöbern im öffentlichen Bereich hingegen nicht, schließlich sind diese Inhalte für jeden zugänglich.
Wuala ist derzeit noch in einer geschlossenen Alpha Phase. Interessierte können sich auf der Website anmelden(öffnet im neuen Fenster) . Wuala nimmt regelmäßig neue Nutzer in den Test auf. Der offizielle Start von Wuala ist zum Jahreswechsel geplant.
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