Web 2.0 Expo in Berlin - "The Site is not your Product"

Keine gelungene Europa-Premiere für O'Reillys Web-Konferenz

Erstmals veranstaltet O'Reilly seine Web-Konferenz Web 2.0 Expo in Europa, doch die Veranstaltung auf dem Berliner Messegelände vermag kaum Charme zu versprühen.

Artikel veröffentlicht am ,

Web 2.0 Expo
Web 2.0 Expo
"The Site is not your Product" verkündet Tom Coates von Yahoo und gibt sich alle Mühe, die Massen von den Stühlen zu reißen - sofern diese nicht ohnehin stehen müssen oder es sich auf dem Boden bequem gemacht haben. Ein Mangel an Publikum herrscht nicht, wenn auch - so munkelt man - die wenigsten den recht happigen Eintrittspreis in Höhe von regulär 1.100,- Euro für 4 Tage bezahlt haben. Das Publikum der Web 2.0 Expo Berlin verteilt sich über drei Etagen, zumeist in Treppenhäusern und wenig einladenden Fluren. Gemütliche Ecken zur Kommunikation sind Mangelware.

Video: Tom Coats - "The Site is not your Product"

"The Site is not your Product" trommelt Coates wiederholt und verweist auf Twitter, die 90 Prozent ihres gesamten Traffics über das API abwickeln, nur 10 Prozent entfallen auf die Website. Flickr sei so zur wichtigsten Adresse und einem Synonym für Foto-Websites geworden und speichert heute rund 1,8 Milliarden Fotos. Die Frage mit welchen Geschäftsmodellen sich dabei dann Geld verdienen lässt, blieb offen.

Verteilt auf drei Stockwerke
Verteilt auf drei Stockwerke
"The Site is not your Product", dennoch hätte sich O'Reilly für die Konferenz sicherlich einen passenderen Ort in Berlin suchen können als die eher kahlen Messehallen. Wer die Eingangshürde gemeistert hat - mancher Sprecher war in der Schlange am einzig funktionierenden Schalter für Sprecher, Aussteller und Presse gefangen -, muss mitunter im Untergeschoss des Messegeländes die richtige Tür finden, um zu den Vortragsräumen zu gelangen.

Aufgereit: MacBook (Pro)
Aufgereit: MacBook (Pro)
"The Site is not your Product" mag auch hinter der Idee von Googles OpenSocial stehen, die Googles API-Evangelist Patrick Chanezon in Berlin erläuterte. Mit dem API lassen Applikationen in Social-Network-Plattformen einbetten. Neue Erkenntnisse hatte der Vortrag leider nicht zu bieten. Ebenfalls nicht neu bzw. wenig überraschend ist der auf solchen Veranstaltungen üblicherweise hohe Anteil an Apple-Nutzern. Eher dünn gesät hingegen ist die Zahl der Steckdosen und WLAN steht nur in den Vortragsräumen zur Verfügung. Immerhin finden sich in den Vortragsräumen fast in jeder Reihe einige Stromverteiler, doch wehe dem, der auf der falschen Seite sitzt.

"The Site is not your Product", damit meint Coates, dass Produkte wie Facebook, Twitter, Flickr, Del.iocio.us oder Upcoming mehr sind als nur Websites. Die Website ist nur eine von mehreren Möglichkeiten, um auf das eigentliche Produkt zuzugreifen, die Produkte selbst entfliehen dem Browser. Geflohen sind derweil auch einige der Besucher ob der dürftigen Versorgung mit Nahrung auf dem Gelände.

Tom Coats hat sicherlich recht mit seiner Kernbotschaft und sein Vortrag zählte zu den Highlights auf der Konferenz. Es sind vor allem die Umstände, die die Veranstaltung eher unliebsam wirken lassen. Zudem kam bei manchen Vorträgen das Gefühl auf, sie seien schon vor zwei Jahren so gehalten worden.

Für tiefere Einblicke in das Geschehen auf der Konferenz sei auf berlinblase.tumblr.com verwiesen.

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Doomchild 08. Nov 2007

Danke, you all made my day! :D

FranUnFine 08. Nov 2007

Einer war ein britischer Grafikdesigner, zwei waren StudentInnen. Mann KANN ja dann auch...

hm! 08. Nov 2007

ich habs so verstanden, dass die "großen" 1. nicht wissen was sie tun und 2. erst recht...



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