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Warhammer trifft Fans

Fan-Film aus Deutschland bleibt verboten. Freunde des Tabletop-Spiels Warhammer 40,000 - kurz Wh40k - müssen weiter vergeblich auf die Veröffentlichung des von deutschen Fans produzierten, nicht kommerziellen Spielfilms Damnatus warten. Der Warhammer-Hersteller und Markenrechtsinhaber Games Workshop besteht weiter auf dem Filmveröffentlichungsverbot, wie die BBC berichtet. Die Filmemacher wehren sich mit Protest im Internet.
/ Christian Klaß
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Vier Jahre hat die Produktion von Damnatus gedauert. Rund 10.000 Euro investierten Fans in den Film, der auf Motiven des auch schon als Computerspiel ("Warhammer 40,000: Dawn of War") existierenden Tabletop-Spiels Warhammer 40,000(öffnet im neuen Fenster) basiert. Noch während der Produktionsphase kontaktierten Anwälte des Spieleherstellers Games Workshop(öffnet im neuen Fenster) die Filmemacher und äußerten rechtliche Bedenken.

Die über zwei Jahre hinweg geführten Verhandlungen zwischen Filmemachern und Firma führten nicht zu einer erfolgreichen Einigung. Ende 2006 brachte Games Workshop deshalb externe Berater ins Spiel, um den Konflikt zu lösen. Die Berater empfahlen laut GW, die Verbreitung des Filmes zu untersagen. Games Workshop ist der Empfehlung gefolgt, der Film bleibt verboten(öffnet im neuen Fenster) .

Im Mittelpunkt des Konflikts um den Film stehen Ansprüche auf geistiges Eigentum, die Games Workshop geltend macht. Unterschiede zwischen dem britischen und dem deutschen Urheberrecht würden es Games Workshop unmöglich machen, die Zustimmung zur Freigabe des Films zu geben. Games-Workshop-Anwalt Andy Jones erklärte in einem langen Brief an die Damnatus-Macher(öffnet im neuen Fenster) die Lage aus Sicht der Firma. Jones betont, dass Games Workshop darauf bestehen müsse, alle Urheberrechte an Damnatus zu bekommen.

Andernfalls könne die Firma dem Film keine Freigabe erteilen: "Wie bereits erklärt wurde, können wir es nicht zulassen, dass Teile unseres 'Universums' an geistigem Eigentum im Besitz eines Dritten verbleiben – Sie müssen verstehen, in welche unhaltbare Situation uns das bringen würde... Unglücklicherweise sieht es so aus, als würde das deutsche Urheberrecht diese Rechteübertragung verhindern. Daher sind uns die Hände gebunden. Ohne Rechteübertragung gibt es schlicht keinen Weg" , so Jones.

Die Entscheidung hat bei Games Workshop auch dazu geführt, dass die Lizenzpolitik im Hinblick auf Fan-Filme überarbeitet wurde. Unter der Überschrift "Was Sie mit dem geistigen Eigentum von Games Workshop machen können" , heißt es jetzt zu Filmen: "Wir freuen uns darüber, dass Hobbyisten Filme auf der Basis unseres geistigen Eigentums machen wollen. Unglücklicherweise gibt es in den verschiedenen Rechtssystemen feine Unterschiede, so dass wir die Herstellung nicht lizenzierter Filme basierend auf unserem geistigen Eigentum nicht gestatten können(öffnet im neuen Fenster) ."

Die BBC hat mit Guido Westkamp einen Experten für geistiges Eigentum zur Rechtslage befragt(öffnet im neuen Fenster) . Nach Aussage von Westkamp gibt es für den Streit zwischen den Damnatus-Machern und Games Workshop keinen Präzedenzfall. "Deutsche Gerichte haben sich mit so einem Fall noch nicht befasst" , so Westkamp.

Die Warhammer-40,000-Fans sind allerdings noch nicht bereit, aufzugeben. Im Internet haben sie eine Online-Petition gestartet(öffnet im neuen Fenster) , die mittlerweile 6.900 Unterzeichner gefunden hat. Und auch bei YouTube wird das Thema diskutiert(öffnet im neuen Fenster) . [von Robert A. Gehring]


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