Abo
  • Services:

Kapazitätsstreit: Sind 1 GByte gleich 1.000 MByte?

Seagate zahlt für 6,2 Millionen Festplatten

Nach einer Sammelklage gegen den Festplatten-Hersteller Seagate wegen angeblich irreführender Kapazitätsangaben hat sich das Unternehmen in den USA außergerichtlich geeinigt. US-Kunden bekommen unter gewissen Umständen ein kostenloses Softwarepaket oder 5 Prozent des Kaufpreises erstattet.

Artikel veröffentlicht am ,

Wie Computerworld.com unter Berufung auf Gerichtsunterlagen berichtet, könnten davon bis zu 6,2 Millionen Festplatten betroffen sein. So viele Geräte soll Seagate im fraglichen Zeitraum von März 2001 bis März 2006 in den USA verkauft haben. Wie bei solchen Sammelklagen in den USA üblich, wurde dafür eine Webseite eingerichtet, auf der sich betroffene Kunden melden können, um die Wiedergutmachung zu erhalten.

Stellenmarkt
  1. Universität Hamburg, Hamburg
  2. Bosch Gruppe, Leonberg

Dem freiwilligen Angebot von Seagate haben das Gericht und die Klägerin Sara Cho zugestimmt. Es gilt nur für in den USA einzeln verkaufte Seagate-Festplatten - nicht also für Laufwerke, die in einen Desktop-PC oder ein Notebook eingebaut wurden.

Wer die Festplatte vor dem 1. Januar 2006 erworben hat, kann 5 Prozent des bezahlten Preises von Seagate zurückerhalten oder ein Softwarepaket von Seagate bekommen, das unter anderem ein Backup-Programm enthalten soll. Wurde die Festplatte nach dem 1. Januar 2006 gekauft, ist nur das Programmpaket vorgesehen. Die bereits mehrfach verlängerte Frist für das Einreichen des Anspruchs steht laut dem Online-Formular jetzt beim 10. März 2008.

Gegenstand des Streits ist die Kapazitätsangabe bei Festplatten. Alle Hersteller - und damit auch Seagate - verwenden hier zwar Bezeichnungen wie "GByte", rechnen aber auf Basis des Dezimal- und nicht des Binärsystems. Ein KByte im Sinne der Massenspeicher-Industrie sind damit nicht 1.024 Byte, sondern 1.000 Byte. Bei größeren Maßeinheiten steigert sich dieser Unterschied immer weiter, so dass eine mit "1 GByte" beworbene Festplatte 7,4 Prozent weniger Speicherplatz bietet als 1.024 MByte erwarten lassen würden. Ein Laufwerk mit "1 TByte" bietet schon 10 Prozent weniger Kapazität.

In der Praxis bleiben bei den heute preislich besonders interessanten "500-GByte-Festplatten" nur rund 465 GByte übrig - wenn man für das GByte binär rechnet. IEC-konform müsste das KByte mit der Basis 1.024 auch als "Kibibyte" angegeben werden, was sich aber nie durchsetzen konnte, auch, weil die entsprechende Norm erst Ende 1998 verabschiedet wurde.

Auch die Übertragungsraten von Netzwerkverbindungen werden mit dem Dezimalsystem gerechnet, andere Maßangaben in der IT-Branche bedienen sich aber des Binärsystems. So werden die Größen von Arbeitsspeichern oder Caches stets mit der Basis 1.024 berechnet. Ob sich mit der außergerichtlichen Einigung in den USA hier ein Umdenken bei Massenspeichern abzeichnet, ist noch nicht abzusehen. Seagate beteuert in dem Einigungsschreiben, nichts falsch gemacht zu haben. In der Tat werden auf Verpackungen und in Anzeigen der Hersteller selbst schon seit Jahren Angaben wie "1 GByte = 1000 MByte" angeführt, wenn auch meist nur im Kleingedruckten.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 119,90€
  2. (Neuware für kurze Zeit zum Sonderpreis bei Mindfactory)
  3. täglich neue Deals bei Alternate.de

TimLochmüller 10. Nov 2007

Also hassen ist an sich schon mal ein schlechter Ansatz. Und "absolut hassen" noch mehr...

lulula 06. Nov 2007

Gewöhn Dich lieber dran. Ab 2010 ist es sogar eine Ordnungswidrigkeit, wenn die...

punkt 06. Nov 2007

Die Stimmt doch. Es sind 200GB also 200 * 10^9 Byte drauf? Wenn sie es in GiB ausdrücken...

lulula 05. Nov 2007

Bei Festplatten hat auch dei 1024 nicht wirklich einen Bezug. Bei Speicherbausteinen ist...

lerpo 05. Nov 2007

So? Hat der Rechner bei 2 GHz dann auch 2048 MHz? Und bei den Gehäuse-Abmessungen, hat...


Folgen Sie uns
       


Casio WSD-F30 - Hands on (Ifa 2018)

Die WSD-F30 von Casio ist eine Smartwatch, die sich besonders gut fürs Wandern eignen soll. Sie zeigt verschiedene Messwerte an - auch auf einem zweiten LC-Display.

Casio WSD-F30 - Hands on (Ifa 2018) Video aufrufen
Gesetzesentwurf: So will die Regierung den Abmahnmissbrauch eindämmen
Gesetzesentwurf
So will die Regierung den Abmahnmissbrauch eindämmen

Obwohl nach Inkrafttreten der DSGVO eine Abmahnwelle ausgeblieben ist, will Justizministerin Barley nun gesetzlich gegen missbräuchliche Abmahnungen vorgehen. Damit soll auch der "fliegende Gerichtsstand" im Wettbewerbsrecht abgeschafft werden.
Von Friedhelm Greis


    Segelflug: Die Höhenflieger
    Segelflug
    Die Höhenflieger

    In einem Experimental-Segelflugzeug von Airbus wollen Flugenthusiasten auf gigantischen Luftwirbeln am Rande der Antarktis fast 30 Kilometer hoch aufsteigen - ganz ohne Motor. An Bord sind Messinstrumente, die neue und unverfälschte Daten für die Klimaforschung liefern.
    Ein Bericht von Daniel Hautmann

    1. Luftfahrt Nasa testet leise Überschallflüge
    2. Low-Boom Flight Demonstrator Lockheed baut leises Überschallflugzeug
    3. Elektroflieger Norwegen will elektrisch fliegen

    iPhone Xs, Xs Max und Xr: Wer unterstützt die eSIM in den neuen iPhones?
    iPhone Xs, Xs Max und Xr
    Wer unterstützt die eSIM in den neuen iPhones?

    Apples neue iPhones haben neben dem Nano-SIM-Slot eine eingebaute eSIM, womit der Konzern erstmals eine Dual-SIM-Lösung in seinen Smartphones realisiert. Die Auswahl an Netzanbietern, die eSIMs unterstützen, ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz aber eingeschränkt - ein Überblick.
    Von Tobias Költzsch

    1. Apple Das iPhone Xr macht's billiger und bunter
    2. Apple iPhone Xs und iPhone Xs Max sind bierdicht
    3. Apple iPhones sollen Stiftunterstützung erhalten

      •  /