Projekt Indiana: Suns Linux-Alternative im Kurztest

Anmeldebildschirm
Nach abgeschlossener Installation und Neustart landet der Anwender bei der grafischen Anmeldung und anschließend wieder in Gnome 2.20. Die Desktop-Umgebung zeigt sich im Standard-Erscheinungsbild, so dass für den Nutzer erst einmal nicht ersichtlich ist, ob er vor einem Linux- oder Solaris-System sitzt. Ebenso sind einige der bekannten Gnome-Anwendungen wie der Instant Messenger Pidgin enthalten, die vielen Linux-Nutzern ebenfalls vertraut sind. OpenSolaris setzt darüber hinaus auf Firefox und Thunderbird.
Um Linux-Nutzern den Umgang mit OpenSolaris zu erleichtern, wurden zudem die GNU-Werkzeuge besser integriert. Sie befinden sich nun allesamt im Standardpfad und lassen sich somit ohne Umwege benutzen. Auch die verwendete Shell Bash 3.2 dürfte den meisten Linux-Anwendern bekannt sein.
So ist der einzig offensichtliche Unterschied das Paketverwaltungssystem "Image Packaging", das auch in der nächsten Solaris-Version eingesetzt werden soll. Hiermit können zusätzliche Softwarepakete auch aus Online-Repositorys installiert werden, doch die Bedienung unterscheidet sich naturgemäß von den beiden großen Linux-Systemen APT und Yum. Zudem gibt es derzeit noch keine grafische Oberfläche zur Software-Installation, wie sie mittlerweile in fast jeder Linux-Distribution vorhanden ist.
Die Entwickler warnen in ihrer Ankündigung davor, dass die Developer Preview neue Techniken enthält, die zu einem instabilen System mit Abstürzen und im schlimmsten Fall zu Datenverlust führen können. In unserem Kurztest zeigte OpenSolaris allerdings keine Auffälligkeiten, vielmehr funktionieren neue Komponenten schon recht gut. Der enthaltene Prototyp der automatischen Netzwerkkonfiguration Nwamd beispielsweise meldete sich nach kurzer Zeit, um mitzuteilen, dass das Netzwerk nun funktionstüchtig sei.

Firefox unter OpenSolaris
Suns Vorhaben ist klar: OpenSolaris - und damit dann auch Solaris - soll Linux-Nutzern vertraut erscheinen, um so attraktiver für sie zu werden. Und die Anfänge gehen in die richtige Richtung. Wer nicht gerade auf Kernel-Ebene mit dem System arbeitet, wird erst beim Einsatz der Paketverwaltung einen Unterschied feststellen - durch den Gnome-Desktop und die gut integrierten GNU-Programme können Linux-Nutzer so weiterarbeiten, wie sie es gewohnt sind. Obendrauf bekommen sie dann noch Solaris-Techniken wie das Dateisystem ZFS, die Virtualisierungstechnik Zones und das dynamische Tracing-Framework DTrace.
Überdies wird der Caiman-Installer die Installation langfristig so einfach machen, wie dies von Linux-Varianten wie Ubuntu bekannt ist. Hier fehlt derzeit die Möglichkeit, selbst zu partitionieren, um auf einem System ohne vorhandene Solaris-Partitionen nicht die gesamte Festplatte opfern zu müssen.
Technisch könnte Suns Vorhaben gelingen und zudem durch Vorteile von Solaris wie die Abwärtskompatibilität sowie die lange Unterstützung durch Sun punkten - genügend Treiber für aktuelle x86-Hardware vorausgesetzt. OpenSolaris soll nicht nur ein Projekt sein, das Quelltext für Solaris liefert, sondern sich auch selbst für den Einsatz in kritischen Umgebungen empfehlen. Damit das gelingen kann, muss Sun aber noch eine andere Aufgabe erfüllen, die auf Ian Murdocks Plan steht: Es muss eine Community rund um OpenSolaris entstehen, so wie es sie bei Debian, Fedora oder Ubuntu gibt.
Für die Vorschau verwendet Sun die nicht freie OpenSolaris Binary License. Die erste stabile Version des Betriebssystems soll im März 2008 erscheinen.
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MATRIX SUX
Was hast Du an »Nur der Installer enthält tatsächlich was OpenSolaris-spezifisches...
http://www.scribus.net/ sollte sich auch auf OpenSolaris kompilieren lassen.
Ich finde es gut das Sun jetzt eine freie Version von Solaris entwickelt. Vielleicht wird...