Itanium 2 "Montvale" erscheint - ganz leise...
Neue Serie 9100 taucht auf Intels Webseiten ohne Ankündigung auf
Selten zuvor hat Intel ein derart oft verschobenes und bei seinen Kunden dringend erwartetes Produkt derart heimlich, still und leise auf den Markt gebracht: Der Itanium 2 mit Montvale-Kern ist jetzt lieferbar, die Daten enttäuschen jedoch.
Am 30. Oktober 2007 hat Intel in seine Preisliste (PDF) die neue Version des Itanium 2 aufgenommen, die bisher unter dem Codenamen "Montvale" firmierte. Ursprünglich war der Prozessor für Mitte 2006 erwartet worden, Ende 2007 sollte schon der Montvale-Nachfolger Tukwila erfolgen. Wie Intel bereits bestätigte, steckt man derzeit in der Itanium-Entwicklung alle Ressourcen in Tukwila, der laut aktueller Planung Ende 2008 als Quad-Core in 65 Nanometern Strukturbreite erscheinen soll.
Folglich hat man sich für Montvale auch gleich den eigentlich anstehenden "Shrink" auf die bei Desktop-Prozessoren längst standardmäßigen 65 Nanometer gespart und fertigt den neuen Itanium 2 wie schon seinen Vorgänger Montecito in 90 Nanometern Strukturbreite. Immerhin nehmen die Prozessoren jetzt durch Optimierungen des Herstellungsprozesses gegenüber früheren Itaniums mit 130 Watt nur noch 104 Watt (TDP) elektrischer Leistung auf. Das erreichten aber auch schon neuere Versionen des Montecito. Das kleinste neue Modell, der 9120N, kommt nur auf 75 Watt, ist aber auch als einziger Montvale als Single-Core ausgelegt. Auch die restlichen Neuerungen sind sehr moderat, bei Software würde man von einem Service-Pack sprechen.
So wurde nur bei drei der sechs neuen Itaniums der effektive FSB-Takt um 25 Prozent von 533 auf 667 MHz gesteigert, beim Spitzenmodell 9150M (1,66 GHz) ergeben sich so ganze 66 MHz mehr interner Takt gegenüber dem bisher schnellsten Montecito, dem 9050M mit 1,6 GHz. Auch die Ausstattung des L3-Cache mit maximal 24 MByte blieb gleich. Bei so viel reiner Modellpflege bleiben aber auch die Preise gegenüber den Vorgängern nach Takt und L3-Cache unverändert, die sich jeweils auf PC-Hersteller und Wiederverkäufer in 1.000er-Stückzahlen beziehen.
| Itanium 2 | Takt (GHz) | FSB (MHz) | L3-Cache | Preis (US-Dollar) |
| 9150M | 1,66 | 667 | 24 MB | 3.692,- |
| 9150N | 1,60 | 533/400 | 24 MB | 3.692,- |
| 9140M | 1,66 | 667 | 18 MB | 1.980,- |
| 9140N | 1,60 | 533/400 | 18 MB | 1.980,- |
| 9130M | 1,66 | 667 | 8 MB | 1.552,- |
| 9120N | 1,42 | 533/400 | 12 MB | 910,- |
Die neuen Itaniums passen wie die Montecitos in den Sockel FC-PGA4 und sind auch elektrisch kompatibel zu Systemen auf Basis des E8870-Chipsatzes von Intel oder die Chipsätze von Drittherstellern. Bei den kleineren Modellen lässt sich auch der FSB mit effektiv 400 oder 533 MHz betreiben, so dass sie vor allem als Dual-Core-Update für Installationen zu sehen sind, die noch nicht mit Montecito auf zwei Kerne pro Sockel umgerüstet wurden.
Die Leistungssteigerungen gegenüber Montecito fallen dabei jedoch sehr gering aus. Laut Intels eigenen Benchmarks legt Montvale beim Gleitkomma-Test SPEC_fp_rate_base2006 um 11 Prozent zu, bei der Strömungssimulation STAR-CD für Supercomputer sogar um 19 Prozent. Diese beiden Werte sind bisher die einzigen, die Intel in Form eines "Product Briefs" (PDF) zu Montvale vorgelegt hat. Damit wird es immer stiller um den Itanium. Auf dem IDF Spring 2007 musste für das IA64-Design eine Folie reichen, ein halbes Jahr später auf dem Fall-IDF kam der Itanium in den Keynote-Ansprachen schon gar nicht mehr vor.
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