OpenDocument Foundation weicht von OpenDocument Format ab
Die OpenDocument Foundation wurde gegründet, um das von der ISO standardisierte offene Dokumentenformat ODF zu unterstützen und zu verbreiten. Ähnlich wie die OpenDocument Format Alliance beschränkt sie sich auf Unterstützung und ist nicht selbst an der Entwicklung beteiligt. Allerdings zeigt sich nun, dass die Foundation mit der in der ODF-Entwicklung eingeschlagenen Richtung nicht zufrieden ist. Der Vizepräsident der Stiftung, Sam Hiser, schrieb bereits vor zwei Wochen in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) , dass ODF nicht das offene Format mit dem offenen Prozess sei, für das es die Stiftung gehalten habe.
Nach Hisers Ansicht wäre eine Anforderung an ein universell verwendbares Dateiformat auch die volle Kompatibilität zu Microsofts Office-Open-XML-Format. Statt ODF will die Foundation nun das Compound Document Format(öffnet im neuen Fenster) (CDF) unterstützen, das vom Standardisierungsgremium W3C ursprünglich als Dokumentenformat für mobile Geräte gedacht war.
CDF habe bessere Eigenschaften, um auf mehrere Plattformen portiert zu werden und sei herstellerunabhängig, so Hiser. Wie Hiser gegenüber Computerworld.com(öffnet im neuen Fenster) sagte, will sich die OpenDocument Foundation nun umbenennen und in eine andere Organisation oder Firma wandeln – konkrete Pläne aber verriet er nicht. Laut Hiser sei ein Grund für die Entscheidung gegen ODF gewesen, dass Sun die Kompatibilität zu Microsofts Format nur für das kommerzielle StarOffice anstrebe, anstatt diese Funktionen generell für ODF umzusetzen. Sun bestreitet diesen Vorwurf.
Laut Hiser seien ODF-Unterstützer nun sauer auf seine Organisation. Dies bestätigte der Anwalt Andrew Updegrove, der als Experte für offene Standards gilt, in einer E-Mail gegenüber Computerworld. Er bezeichnete den Schritt der OpenDocument Foundation als "Schande" .