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Verdacht: ICANN untersucht "Domain Name Front Running"

Wurden Recherchedaten missbraucht, um Domains wegzuschnappen? Der Internet-Adressverwalter ICANN untersucht Vorwürfe, es sei bei der Beantragung von Domainnamen zum so genannten "Domain Name Front Running" gekommen. Der Begriff bezeichnet eine Art Insider-Handel: Anfragen zu freien Domain-Namen sollen abgefangen und die Adressen anschließend schnell registriert worden sein. Wenn die recherchierenden Firmen oder Personen die Domain schließlich zu registrieren versuchen, sei diese bereits vergeben.
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Betroffene haben Beschwerde bei der ICANN, bei Registrierungsstellen und bei Patentanwälten eingelegt. Der Sicherheitssausschuss SSAC der ICANN will der Frage nachgehen und prüfen(öffnet im neuen Fenster) , ob sich Personen, die mit Anfragen zur Verfügbarkeit von Domainnamen betraut sind, dieses Wissen zunutze gemacht haben.

Üblicherweise informieren sich Personen, die eine Domain registrieren lassen wollen, auf Webseiten wie whois.net oder bei Registrierungsfirmen darüber, ob ein Name noch zu haben ist. Die so gewonnenen Informationen könnten aber auch missbraucht werden, um Domains in der Hoffnung zu sichern, sie anschließend teuer weiterverkaufen zu können.

Das Belauschen von Domain-Namen-Abfragen sei über viele Wege möglich, so der SSAC: Über Client-Software können Domainabfragen abgefragt werden und anschließend selbst verwendet oder weiterverkauft werden. Who-is-Suchportale liefern Informationen über Anfragen. Würmer könnten darauf programmiert sein, Domain-Anfragen zu protokollieren und innerhalb von Firmen die Gesuche belauschen.

Konkrete Beweise für "Domain Name Front Running" liegen derzeit nicht vor. Doch die Verdächtigungen wecken Besorgnis bei der ICANN – schließlich werfen die Anschuldigungen ein schlechtes Licht auf alle an der Domain-Registrierung beteiligten Parteien. Die Namensverwalter wollen daher eine Untersuchung der Vorwürfe einleiten.


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