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GeForce 8800 GT - Nvidia renoviert DX10-Mittelklasse

Neue Grafikkarte für rund 250,- Euro mit 512 MByte. Nachdem die Daten von Nvidias neuer Grafikkarte "GeForce 8800 GT" bereits seit Monaten durchs Internet geistern, hat der Chip-Hersteller diese Angaben nun bestätigt - und die Karte früher als erwartet auch an den Handel geliefert. Die neue GT schließt die Lücke zwischen den Modellen GTS und GTX, belegt nur einen Slot und geht sparsamer mit Energie um.
/ Nico Ernst
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Der bisher unter dem Codenamen "G92" gehandelte Grafikprozessor der 8800 GT ist im Wesentlichen eine von 90 auf 65 Nanometer geschrumpfte Version der vor Jahresfrist vorgestellten GPUs mit G80-Architektur . Nvidia nahm das Redesign des G80 aber zum Anlass, um daraus einen Chip zu bauen, der sich in der Rechenleistung knapp zwischen dem bisherigen GeForce 8800 GTS mit 320 MByte und dem GTS mit 640 MByte positioniert. Nach den bisher bei Versendern gelisteten Preisen kosten aber die GTS/320 und der GT faktisch mit Preisen um 250,- Euro das Gleiche - es ist mehr als wahrscheinlich, dass der kleine GTS demnächst ausläuft.

Laut Nvidia sollen die Preise für den 8800 GT aber bei rund 229,- Euro beginnen, was je nach Hersteller aber von Software-Beigaben und den Taktfrequenzen abhängt. Die mit bisherigen GT-Serien der Nvidia-GPUs übliche Grafikkarte unter 200,- Euro mit besonders gutem Preis-Leistungs-Verhältnis erscheint damit erst, wenn ein Hersteller den psychologisch wichtigen Preispunkt von 199,- Euro auch trifft.

In der Ausstattung hat Nvidia dem neuen GT im Vergleich zum GTS/320 aber alles mitgegeben, was den neuen Preis-Leistungs-Sieger ermöglichen könnte: Der interne Takt der GPU wurde von 500 auf 600 MHz gesteigert, die 512 MByte GDDR3-Speicher laufen mit 900 MHz, die dank DDR-Verfahren auch als 1.800 MHz beworben werden. Hier waren beim GTS noch 500 MHz üblich. Zu beachten ist aber, dass Nvidia den Grafikkarten-Herstellern große Freiheit beim serienmäßigen Übertakten lässt.

Das gilt auch für die bei den G80-GPUs üblichen Verdoppelungen des Taktes der Shader-Einheiten gegenüber dem Rest des Kerns. Hier sind laut einer Golem.de vorliegenden Nvidia-Präsentation bis zum Zweieinhalbfachen des Kern-Taktes möglich, empfohlen werden moderate 1.500 MHz für die Shader. Es gilt hier bei einer Kaufentscheidung also noch genauer auf die technischen Daten zu sehen als bisher. Bei der Zahl der Shader-Einheiten hat Nvidia gegenüber 96 "Stream Processing Units" ( SPUs ) beim GTS mit dem GT auf 112 SPUs aufgestockt, der neuen Speichermenge zufolge ist der Bus dafür aber von 320 auf 256 Bit verschmälert worden.

Anders als die GTS-Modelle belegt die GT im Nvidia-Referenzdesign nur einen Steckplatz, manche Hersteller werden aber auch höher getaktete oder besonders leise Karten mit Zwei-Slot-Kühlern anbieten. Der G92 ist bereits für PCI-Express-2.0 ausgelegt, wie es bisher nur der X38-Chipsatz von Intel bietet - die Karten laufen jedoch auch in herkömmlichen PCIe-Mainboards. Per PCIe 2.0 könnte die 8800 GT ihre laut unbestätigten Angaben maximal 110 Watt elektrischer Leistung eigentlich auch alleine aus dem Slot ziehen; um mit älteren Boards kompatibel zu bleiben, hat Nvidia aber weiterhin eine externe Stromversorgung über einen PCIe-Power-Connector mit sechs Pins vorgesehen.

Nvidias Recheneinheit für Videobeschleunigung namens "PureVideo HD" wurde für die 8800 GT in der Version "VP2" (Video Processor 2) runderneuert. Sie kann nun HD-Filme mit dem Codec H.264 komplett ohne Mithilfe der CPU dekodieren, nach Golem.de vorliegenden Informationen klappt das aber mit dem weiter verbreiteten Codec VC-1 nicht vollständig, den ersten Schritt der HDCP-Entschlüsselung muss weiterhin der Hauptprozessor übernehmen.

Den Termin der Markteinführung hat Nvidia vom bisher vermuteten 12. November 2007 vorverlegt - ab dem heutigen 29. Oktober 2007 sollen die Karten verkauft werden. Bei mehreren befragten Händlern ergab sich jedoch, dass der 8800 GT gerade erst von den Großhändlern geliefert wird. Einige Tage wird man sich bis zu einer breiten Verfügbarkeit noch gedulden müssen. Angekündigt haben jedoch alle namhaften Hersteller wie Asus, BFG, EVGA, Leadtek, MSI und XFX Modelle mit Nvidias neuem Grafikprozessor.


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