Motorola will SMS auslesen und passende Werbung versenden
Kenneth Keller, Marketing-Chef bei Motorola sagte gegenüber Times Online(öffnet im neuen Fenster) : "Wir haben hier eine Technik, die es uns nicht nur erlaubt, herauszufinden, wo sich eine Person gerade befindet, sondern auch, was ihre Interessen gerade sind."
Die auf dem Handy laufende Software müsse dabei nicht auf die Durchforstung von SMS beschränkt bleiben, sondern ließe sich auch für Telefongespräche einsetzen. Motorola teste die Technik derzeit, sei aber parallel bereits mit Netzbetreibern in Gesprächen.
Datenschützer dürften angesichts dieser Abhörpraktiken Sturm laufen. Zwar verspricht Motorola ein Opt-in-Verfahren, d.h. der Benutzer muss zustimmen, wenn seine persönlichen Gespräche und Nachrichten analysiert werden sollen. Doch Datenschützer befürchten, dass Netzbetreiber diejenigen Nutzer benachteiligen, die ihre Zustimmung verweigern. Die Mobilfunkanbieter wiederum haben Angst, die Gunst der Kunden zu verlieren, wenn sie zu viel Werbung auf die Mobiltelefone schicken, die als Spam empfunden wird. Gleichzeitig locken jedoch die Werbeeinnahmen. Das Martkforschungsinstitut Informa taxiert den mobilen Werbemarkt beispielsweise auf 11 Milliarden US-Dollar bis 2011.
Wahrscheinlich wird die individuell abgestimmte Werbung nicht aufzuhalten sein. Google generiert über Gmail bzw. Google Mail schon länger Werbeeinnahmen, die auf einer Stichwort-Analyse der empfangenen E-Mails basieren. Und der Telekommunikationsanbieter Blyk hat Ende September 2007 einen Werbedienst gestattet, der gegen Frei-SMS Werbung aufs Handy schickt. Hierbei muss der Nutzer einen Fragebogen ausfüllen, zu dem passend die Werbebotschaften verschickt werden. Doch in der Zukunft wäre der Einsatz von Motorolas Scan-Technik durchaus denkbar.



