Linux-Programmierer plant freies BIOS für AMD-Grafikkarten

Letztes proprietäres Element soll entfernt werden

Seit AMD damit begonnen hat, die Dokumentation zu seinen Grafikprozessoren zu veröffentlichen, beginnt die Open-Source-Community neben dem bereits erhältlichen freien Linux-Treiber von AMD eigene Software für die GPUs zu schreiben. Nun soll auch die letzte Bastion fallen: Das BIOS der Grafikkarte.

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Laut nachgedacht über ein freies BIOS hat in seinem Blog der Programmierer Oliver McFadden, von dem schon das Reverse-Engineering Tool Revenge für den proprietären AMD-Treiber stammt, den der Chip-Hersteller weiter anbietet. McFadden war auch an der Programmierung von X.org beteiligt und ist somit in der Linux-Szene kein Unbekannter.

Sein Ziel ist es, zumindest für eine Grafikkarte von AMD oder ATI ein BIOS zu schreiben, das er unter die GPL stellen kann. Als Zielobjekte hat sich McFadden die letzte Generation der R500-Karten (x1000-Serie) oder die aktuellen R600-Karten (Radeon HD) auserkoren. Zunächst will sich der Entwickler einen Flash-Programmierer bauen, um nicht schon beim ersten Versuch die Karte funktionsunfähig zu machen. Bei seiner Entwicklung soll das neue BIOS kompatibel zum bisherigen bleiben, damit eine derart umgebaute Karte auch weiterhin mit allen verfügbaren Treibern funktioniert.

Sollte sich ein eigenes und voll dokumentiertes BIOS für AMD-Karten erstellen lassen, hätte das nicht nur für Open-Source-Fans Vorteile: Auch auf anderen Systemen krankt die Unterstützung für AMD-Karten an den Eigenheiten der jeweiligen Hardware. So kann man beispielsweise in PowerPC-basierten Apple-Rechnern nicht jede PC-Grafikkarte verbauen, weil dafür ein spezielles BIOS notwendig ist. Die Kenntnis um die Funktionsweise des bei AMD "AtomBIOS" genannten Codes könnte dabei helfen. Bei Intel-basierten Macs funktionieren zwar PC-Grafikkarten, allerdings nur unter Windows - für MacOS X ist ein EFI vonnöten. Dazu kommt noch, dass Apple auch die Grafiktreiberentwicklung für MacOS X selbst übernimmt.

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