Arcor muss Porno-Website sperren
YouPorn zeigt pornografische Videos, ohne das Alter der Nutzer zu überprüfen und gewährt so auch Minderjährigen einen Zugriff auf entsprechendes Material. Da die Site selbst nicht in Deutschland sitzt, ist ihr nur schwer mit deutschen Rechtsmitteln beizukommen, zumal der Betreiber im Fall von YouPorn seine Identität geschickt verschleiert. Die Firma Kirchberg Logistik, die ihrerseits pornografische Inhalte anbietet, sich als deutscher Anbieter aber nach den hiesigen, deutlich strikteren Bestimmungen richten muss, versucht dennoch gerichtlich gegen Anbieter wie YouPorn vorzugehen und wählt den Weg über die Provider.
So erwirkte Kirchberg Logistik vor dem Landgericht Frankfurt am Main eine einstweilige Verfügung gegen Arcor, die dem Provider untersagt, seinen Kunden Zugang zu YouPorn zu gewähren, so Spiegel Online(öffnet im neuen Fenster) . Sollte die Entscheidung Bestand haben, dürften ihre Auswirkungen schnell um sich greifen. Auch andere Provider dürften ins Ziel geraten und auch andere Branchen von entsprechenden Möglichkeiten Gebrauch machen wollen.
Arcor war mit der Sperrung von Porno-Webseiten bereits vor wenigen Wochen in die Schlagzeilen geraten. Damals noch hatte Arcor auf Drängen eines deutschen Porno-Anbieters gehandelt, ohne dass es eine explizite gerichtliche Anordnung gab. Allerdings ruderte Arcor nach kurzer Zeit zurück, als publik wurde, dass die Sperren von IP-Adressen auch zahlreiche legale Webangebote traf, die ausländischen Pornoanbieter diese aber durch den Wechsel der IP-Adresse umgehen konnten.