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Künstlerische Selbstvermarktung im Internet

Wo sind die Grenzen?

Das Internet ist nicht der Feind, sondern integraler Teil der Selbstvermarktungsstrategie junger Kreativer. Zu diesem Schluss kamen Profis und Newcomer aus der Kreativindustrie im Rahmen des Kongresses "So klingt Berlin".

Artikel veröffentlicht am ,

Zwei Vertreter der jungen Glam-Rock-Band "My Baby wants to eat your Pussy" oder kurz MBWTEYP saßen am Samstagnachmittag zusammen mit Ansa Seidenstücker (Veranstaltungsagentur SKM Berlin), Hajo Jannssen von der Musik- und Community-Plattform Bloomstreet, Yousef Hammoudah von der Online-Publishing-Plattform für Künstler, Hobnox, und dem russischen Label-Macher und Musikmanager Vitali vom wichtigsten russischen Hiphop-Label KDB Records auf dem Podium, um über die Selbstvermarktung von Musikern zu debattieren.

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Seidenstücker, Hammoudah und Vitali sind alte Hasen und alle seit Jahren im Geschäft mit der Vermarktung von Künstlern aktiv. Sie kennen die Strukturen der Musikbranche, ihre Vorteile und Fallstricke. Jannssen und die Musiker auf der anderen Seite bildeten eine Art Gegenpol und stehen für die enthusiastischen Newcomer und Startups. Auch wenn die Pole so weit oft nicht auseinander lagen, zeigten sich doch in der Herangehensweise an die mediale (Selbst-)Vermarktung des "Produkts Musik", des "Künstlers als Produkt" große Unterschiede. Während die erfahrenen Profis den Schwerpunkt auf Beratung setzen, betonen die Neueinsteiger die Rolle von Experimenten.

Für eine Band wie MBWTEYP bedeutet künstlerische Selbstvermarktung, auf das ganze Spektrum der Medienpräsentation im Internet zu setzen. Selbstverständlich hat die Band eine eigene Homepage, selbstverständlich ist die Band bei MySpace dabei und selbstverständlich gibt es Live-Aufnahmen bei YouTube. Natürlich ist das noch lange nicht alles, überall im Netz spielt MBWTEYP auf der multimedialen Klaviatur und hinterlässt ihre Spuren. Eine Voraussetzung für diese umfassende Medienkompetenz ist, wie die Bandmitglieder berichteten, ihre Ausbildung an der Popakademie in Mannheim. Eine andere Voraussetzung ist die Beteiligung aller Bandmitglieder an der Selbstvermarktung, am Zusammenspiel im Internet. Umfang und Vielfalt der Aktivitäten erfordern den Einsatz aller. Schließlich gibt es auch noch ein Leben außerhalb des Internets und da heißt es für eine junge Band: Auftritte, Auftritte, Auftritte - ganz wie vor hundert Jahren.

Die Entscheidung für diese Art des Karrierestarts - das heißt auch, die Entscheidung gegen einen Plattenvertrag mit einem Label - hat die Band nach eigener Aussage bewusst getroffen. Kein Label war bereit, die Vorstellungen der Band mitzutragen, via Internet "die Fans emotional aufzufangen", aber keinesfalls "die Seele zu verkaufen". "Wenn man die Individualität wahren will, dann muss man es gegebenenfalls ohne Label machen", so die Einsicht der Band. Allgemeingültigkeit wollten sie aus ihrer Entscheidung allerdings nicht abgeleitet wissen. Der Verzicht auf ein Label bietet einer Band schließlich nicht nur Vorteile, sondern bürdet auch Lasten auf.

Einen Mittelweg versuchen die Macher von Hobnox und Bloomstreet. Ihre Plattformen sollen neue und auch etablierte Künstler bei der Selbstvermarktung unterstützen, auch wenn diese sich eben nicht selbst um die Technik kümmern wollen oder können. "Nicht alle Bands verfügen über das notwendige Know-how", so Hammoudah. Die Plattformen übernehmen in unterschiedlichem Umfang die Funktion eines "digitalen Labels", das die Künstler in ihrer Entwicklung und bei der Vermarktung fördert. Dabei suchen sie auch den Kontakt zur Community der Musikhörer, was klassische Labels nicht unbedingt als ihre Kernkompetenz verbuchen können. Gemeinsam sind - bei allen Unterschieden ihrer Konzepte und Plattformen - Hammoudah und Jannssen der Meinung, dass sich zwar "die Wertschöpfungskette verändert" hat, sich letztlich aber Qualität - das heißt gute Musik - durchsetzen werde.

Experimente kann man sich in Russland nicht leisten. Wie hart dort das Geschäft mit der Musik ist, berichtete Vitali, der in Russland die Nr. 1 der Hiphop-Labels repräsentiert. In Russland werde zwar mittlerweile stärker gegen illegale Kopien von Tonträgern vorgegangen, aber immer noch läge die Quote von legalen zu illegalen Kopien bei 1:7. Für ein Plattenlabel bedeutet das, die Produktion und Vermarktung von Musik strategisch an einem sehr kurzen Zeitfenster nach der Veröffentlichung auszurichten, in dem die Musik profitabel verkauft werden muss. Das Internet spielt dabei noch keine große Rolle, da nur ein sehr geringer Teil der Bevölkerung über Breitbandanschlüsse verfügt. [von Robert A. Gehring]

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ELIXIC 23. Okt 2007

Was Bloomstreet neuerdings probiert macht ELIXIC.de bereits seit einigen Jahren!

Musiker 15. Okt 2007

Ich finde die "neuen Wege" der Künstler gut. Was macht denn ein Label? Es sorgt dafür...

Manager 15. Okt 2007

Saufmusik: http://www.katzenpisse.tk/

"*"('') 15. Okt 2007

die von mir sehr geschätzte "Schl*mpe" Lady ('Bitch') Ray denken?


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