BigBrotherAwards - Terrorbekämpfung höhlt Grundrechte aus
Außerdem hat Novartis Pharma Erhebungen bei den Angestellten vorgenommen und dafür Anonymität versprochen. Tatsächlich erhielten einzelne Mitarbeiter ihre Antworten zurück, die von der Personalabteilung mit Kommentaren versehen waren. Die zugesicherte Anonymität wurde also nicht eingehalten. Beschwerden darüber habe die zuständige Agentur mit "So naiv kann man doch nicht sein!" erwidert. Außerdem soll es zu Behinderungen beim Besuch von Betriebsversammlungen gekommen sein und datenschutzwidrig seien Krankentagelisten herumgereicht worden. Außerdem habe der Konzern Post an den Betriebsrat in der Poststelle widerrechtlich geöffnet.
In der Kategorie "Verbraucherschutz" teilt sich eine ganze Unternehmensgruppe den BigBrotherAward 2007. Und zwar haben sich mehrere internationale Hotelketten dafür qualifiziert, weil sie persönliche Daten zu den Lebensgewohnheiten ihrer Gäste sammeln - ohne deren Wissen. Stellvertretend für die Branche wurden die Hotels Hyatt, Mariott und Intercontinental mit dem Preis bedacht. Sie hätten Trink- und Essgewohnheiten protokolliert, die Art der Pay-TV-Nutzung beobachtet, Allergien abgefragt und alle privaten und beruflichen Kontaktadressen gespeichert. Außerdem seien Kreditkartendaten, Sonderwünsche und Beschwerden zentral gesammelt worden.
Das Hotelpersonal werde dazu angehalten, möglichst viele Daten über ihre Kunden zu speichern, um deren Wünsche zwar nicht von den Augen, aber immerhin vom PC-Bildschirm ablesen zu können. Allerdings würden diese Daten auch mit dem Ziel gespeichert, die lukrativen Gäste von den weniger finanzstarken Kunden zu trennen. All diese Daten würden auf unbestimmte Zeit und ohne Wissen der Gäste gespeichert. Laudatorin Rena Tangens ist der Meinung, dass sich die Hotels damit "am Rande und zum Teil auch schon jenseits der Legalität" befinden.
Die Deutsche Bahn AG bekommt in diesem Jahr den BigBrotherAward im Bereich "Wirtschaft". Das Unternehmen mache anonymes Reisen immer schwieriger. So gebe es immer weniger Fahrkartenschalter und Automaten würden oftmals kein Bargeld annehmen. Im Internet seien Tickets nur personalisierbar zu bekommen und bei Bestellung einer BahnCard müsse neben der Nennung des Geburtsdatums auch ein Passfoto vorgelegt werden. In der BahnCard 100 integriert der Bahnbetrieb sogar einen RFID-Chip, ohne den Kunden darauf hinzuweisen. Zudem wird die flächendeckende Videoüberwachung an Bahnhöfen kritisiert. Kunden würden durch lange Schlangen sowie Preisaufschläge am Fahrkartenschalter dazu gebracht, Vertriebswege zu wählen, auf denen die Bahn mehr Daten sammeln kann.
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