Spieletest: Madden 08 - Neuauflage des Football-Klassikers
Optisch sollte man dabei jedoch nicht zu viel erwarten. Auf den aktuellen Konsolen sieht Madden zwar keinesfalls schlecht aus, den Unterschied machen jedoch vor allem die neuen Animationen, durch die das Spielgeschehen insgesamt realistischer und interessanter wirkt. An der Grafik hingegen hat sich kaum etwas getan und die sich immer gleich verhaltenden Spieler an der Seitenlinie wirken eher albern denn gut gestaltet. Fraglich ist etwa auch, warum bei matschigem Boden weiße Trikots dennoch das ganze Spiel über wie frisch gewaschen strahlen.
"Read and React" deshalb, weil der Spieler so leicht Schwächen in der Aufstellung des Gegners ausmachen und darauf reagieren kann. Das ohnehin nie leicht zu spielende Madden wird dadurch aber noch einmal um einiges komplexer. Vor dem Snap – aber auch sonst in vielen Situationen – ist praktisch jede Taste auf dem Gamepad mit irgendeiner Funktion belegt. Zwar hat man so theoretisch die Möglichkeit, tatsächlich schnell noch Audibles auszurufen, um den angesagten Spielzug zu ändern, gleichzeitig hat aber im Prinzip jede versehentlich gedrückte Taste unmittelbare Auswirkungen, und die richtigen Tastenkombinationen zu finden, gelingt nicht immer in der verbleibenden Zeit.
EA veröffentlicht Madden wie gewohnt zwar mit deutschem Handbuch, das Spiel an sich bleibt aber englisch. Waren die englischen EA-Titel häufig für ihre besseren Kommentare bekannt – man denke an die NHL-Serie -, gibt es bei Madden NFL 08 auf der Xbox 360 und der PlayStation 3 nur einen uninteressanten und noch dazu schlecht verständlichen Radio-Kommentar – eigentlich ein Armutszeugnis, wo EA doch mit dem Sportsender ESPN zusammenarbeitet und so sicher einen der dortigen Football-Kommentatoren ins Studio bekommen würde.
Wer Lust darauf hat, ein ganzes Team zu managen, bekommt mit Madden NFL 08 einen neuen Front-Office-Modus, der über das bloße Anwerben neuer Spieler hinausgeht. Stadien können erweitert werden und wer mag, kann sein Team, was in den US-Sports keinesfalls unüblich ist, sogar in eine andere Stadt umziehen lassen. Im Franchise-Modus stehen darüber hinaus einige Hall-of-Fame-Spieler wie Joe Montana zur Verfügung, die so zumindest virtuell auf den Rasen zurückkehren.
Madden NFL 08 ist bereits im Handel erhältlich und kostet für die Xbox 360 und die PlayStation 3 ca. 70,- Euro. Die Versionen für Windows-PC und PS2 sind 20,- respektive 10,- Euro billiger.
Fazit:
Sicher ist: Madden bleibt das Maß der Dinge, was Football-Simulationen angeht. Das neue "Read and React"-System macht das Spiel abwechslungsreicher, dynamischer und spannender, geht aber einher mit einer noch komplexeren, teils einfach überbelegten Steuerung, die schon mal zu Frust führen kann. Dafür sind zumindest auf der Xbox 360 die neuen Animationen schön anzusehen, wenngleich die Grafik für Besitzer der Vorgängerversion kein Kaufargument sein dürfte. Denn im Prinzip bleibt es dabei: Optisch hat sich wenig getan, neue Funktionen machen zwar mehr Spaß, das Spiel aber gleichzeitig noch schwieriger. Wer keine Ahnung von den Football-Regeln hat, ist ohnehin aufgeschmissen, und so bleibt Madden weiter nur für Football-Fans interessant, die sich selbst fragen müssen, ob ihnen die Neuheiten den Kauf eines Vollpreisspiels wert sind.
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