Physik-Nobelpreis für deutschen Entdecker des GMR-Effekts

Die beiden Forscher entdeckten 1988 den GMR-Effekt unabhängig voneinander und teilen sich folglich auch den Nobelpreis, der mit 1,09 Millionen Euro dotiert ist. Was Fert und Grünberg entdeckten, ist zudem heute eine der ersten kommerziellen Anwendungen von quantenmechanischen Effekten. Der GMR-Effekt entsteht, wenn zwischen zwei ferromagnetischen Schichten – beispielsweise aus Eisen oder Kobalt – eine Zwischenschicht aus einem nichtmagnetischen Material wie Chrom gelegt wird. Dieser "Spacer" ist nur wenige Atomlagen und im Falle von Chrom nur rund einen Nanometer dick. Üblicherweise würden sich die beiden Magnetfelder der oberen und unteren Lage parallel ausrichten.
Peter Grünberg(öffnet im neuen Fenster) , der bereits 1988 am Forschungszentrum Jülich arbeitete, meldete die Entdeckung zum Patent an. Erst 1997 lizenzierte jedoch als erster Festplatten-Hersteller IBM den GMR-Effekt und bot in der Folge Festplatten mit GMR-Köpfen an – auch heute noch findet sich der Hinweis auf dieses Konstruktion der Köpfe in den Datenblättern. In der Folge erschienen auch von allen anderen Anbietern Festplatten mit GMR-Köpfen. So stellte beispielsweise Fujitsu auf der CeBIT 1999 die damals "schnellste Festplatte der Welt" vor, die bei 10.000 Umdrehungen pro Minute schon 45 MByte/s erreichte und 36 GByte speichern konnte.
Der deutsche Forscher verfolgte diese praktische Anwendung seiner Erfindung noch mit und setzte sich 2004 im Alter von 65 Jahren offiziell zur Ruhe. Schon während seiner aktiven Zeit sowie auch danach wurde er mit zahlreichen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er den Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten, den Japan-Prize der japanischen Forschungsakademie und den Preis der Wolf-Foundation. Am 10. Dezember 2007, dem Todestag von Alfred Nobel, erhält Peter Grünberg in Stockholm nun die höchste wissenschaftliche Auszeichnung für die Entdeckung von GMR.



