Microsoft sammelt Gesundheitsdaten

Microsofts Vorhaben ähnelt stark der hierzulande von den Krankenkassen und dem Gesundheitsministerium vorangetriebenen Gesundheitskarte oder der ELGA in Österreich. Bei deren Umsetzung gibt es bekanntlich noch einige technische und organisatorische Probleme zu überwinden. Auch die Kostenfrage ist bisher keineswegs beantwortet worden. Nicht zuletzt monieren Ärzteverbände immer wieder, dass die Datenschutzproblematik nicht zufriedenstellend gelöst worden ist. Sie sehen dadurch das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient gefährdet.

Wie steht es um den Datenschutz beim HealthVault? Microsoft erklärt dazu: "1. Die Microsoft-HealthVault-Daten werden von Ihnen kontrolliert. 2. Sie entscheiden, was in Ihren HealthVault-Daten gespeichert wird. 3. Sie entscheiden von Fall zu Fall, wer Ihre Informationen sehen und nutzen darf. 4. Wir werden Ihre Gesundheitsdaten nicht für kommerzielle Zwecke nutzen, ohne vorher Ihre Erlaubnis eingeholt zu haben."

Das ist die Kurzfassung von der HealthVault-Homepage. Die Langfassung ist dann etliche Seiten lang und verrät beispielsweise, dass die bei der Anmeldung angegebene E-Mail-Adresse zugleich als Windows-Live-ID zugewiesen wird. Um die wiederholte Anmeldung zu vereinfachen, setzt Microsoft auf Cookies. Da HealthVault nicht nur als Datenspeicher fungiert, sondern auch als Suchmaschine, gibt es auch eine Datenschutzerklärung für die Suchmaschine. In beiden Datenschutzerklärungen wird auf weitere, externe Datenschutzerklärungen verwiesen. Alles in allem ist es damit unnötig schwer, den tatsächlichen Umfang des Datenschutzes zu ermitteln.

Aus Patientensicht ist der Datenschutz sicher eine vordringliche Frage. Die automatische Verfügbarkeit von Testergebnissen stellt auf der anderen Seite sicher einen großen Anreiz dar. In Deutschland müssen viele Patienten immer wieder die Erfahrung machen, dass Ärzte ihnen die Aushändigung von Testergebnissen trotz eindeutiger Gesetzeslage mit fragwürdigen Argumenten verweigern.

Für die Firma Microsoft und ihre Partner eröffnet der zentrale Zugang zu den Gesundheitsdaten vieler Menschen ganz neue Geschäftsmöglichkeiten. Denkbar wären etwa in Zusammenarbeit mit Versicherungen maßgeschneiderte Verträge und Prämien. Wer gesund ist und fleißig Sport treibt, würde dann sehr kostengünstig eine Lebensversicherung abschließen können. Oder es wäre eine individuelle Dynamisierung von Krankenversicherungsprämien möglich: Steigt der durchschnittliche Cholesterin-Wert, steigt auch die Versicherungsprämie. [von Robert A. Gehring]

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 Microsoft sammelt Gesundheitsdaten
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zustimmung 07. Okt 2007

Microsoft ist ein Unternehmen das dafür bekannt ist Dinge zu unternehmen die nicht im...

Alternativ... 07. Okt 2007

ack

dumpfbacke 07. Okt 2007

Denkt doch mal einfach ein bisschen weiter. Dann erkennt ihr die Möglichkeiten, die sich...

dumpfbacke 07. Okt 2007

Wieso zuschicken? Ist doch alles im Google-Cache! Ok, der war auch schlecht. LG...



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