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Unabhängige Labels gegen EU-Genehmigung für Sony-BMG-Fusion

Untersuchung gefordert

Der internationale Verband unabhängiger Plattenfirmen, IMPALA, protestiert scharf gegen die am 3. Oktober 2007 von der EU erteilte Genehmigung für die Fusion von Sony Music und BMG. IMPALA wirft der EU-Kommission vor, mit ihrer bedingungslosen Genehmigung eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom vergangenen Jahr zu ignorieren.

Artikel veröffentlicht am ,

"IMPALA fordert eine formale Untersuchung im Hinblick auf die Nachricht, dass die EU die Sony-BMG-Fusion zum zweiten Mal ohne Auflagen genehmigt hat", heißt es in einer Mitteilung des Verbands. Weiter heißt es, die unabhängigen Plattenfirmen stünden "auf dem Standpunkt, dass das unentschuldbar ist" und dass "die Kommission wesentliche Feststellungen des EuGH zugunsten von IMPALA vom vergangenen Sommer" ignoriert hätte.

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Der Protest der Unabhängigen beruht unter anderem auf den Vorwürfen "wettbewerbsfeindlicher Verhaltensweisen in allen Märkten", die den großen Major-Labels gemacht werden. Darüber hinaus hätte die EU-Kommission laut IMPALA "keine Untersuchung der kulturellen Auswirkungen" unternommen, "obwohl der EU-Vertrag sie dazu verpflichtet". Besonders erzürnt die unabhängigen Plattenfirmen die Ungleichbehandlung der Übernahme des BMG-Musikverlagsgeschäftes durch Universal und der Fusion von BMG mit Sony. Im ersten Fall hatte die EU-Kommission harte Vorbedingungen für eine Genehmigung gestellt, im zweiten Fall darauf verzichtet.

Dazu äußerte Patrick Zelnik, Präsident von IMPALA: "Wir haben nie eine Erklärung für die letzte Kehrtwende bekommen. Die EU hat das einfache Faktum ignoriert, dass vier Musikfirmen 95 Prozent der Musik kontrollieren, die die Menschen weltweit im Radio hören." Martin Mills, IMPALA-Vorsitzender, ergänzt: "Die Kommission hat ihre früheren Fehler einfach wiederholt. Sie hat die von den Unabhängigen vorgelegten Beweise für das wettbewerbswidrige Verhalten im Einzelhandel, bei Radio, Fernsehen und Presse sowie im Online-Handel ignoriert."

IMPALA kündigte an, die formale Genehmigung genau prüfen zu wollen. Gegebenenfalls werde man dagegen Beschwerde einlegen. In jedem Fall werde man den Europäischen Ombudsmann um eine Prüfung des Genehmigungsverfahrens bitten. [von Robert A. Gehring]

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