Quad-Core für Handys: ARM bringt winzige Embedded-CPU
Wird ein A9-Kern in 65 Nanometern Strukturbreite hergestellt, soll er laut ARM nur 1,5 Quadratmillimeter auf dem Die belegen und nur 250 Milliwatt elektrischer Leistung aufnehmen. Dabei soll die Rechenleistung aber gegenüber anderen Embedded-Kernen 4- bis 16-mal so hoch liegen. Möglich macht das ARM mit seinen kleinen RISC-Kernen über eine Pipeline mit acht Stufen, der Prozessor ist zudem als Out-of-Order-Maschine(öffnet im neuen Fenster) ausgeführt. Die Taktfrequenzen lassen sich je nach Anwendung auf über 1 GHz schrauben. Bis zu vier der Kerne lassen sich koppeln und zusammen in einen Chip integrieren.
Die ARM-Kerne finden sich in zahlreichen Handys und anderen mobilen Geräten, aber auch in Set-Top-Boxen. Laut ARM haben sich bereits NEC, Nvidia, Samsung, ST und TI entschieden, die neuen A9-Kerne zu verbauen - ob jedoch alle auch auf mehrere Kerne setzen, ist noch nicht bekannt. Laut ARM kommen auch erst jetzt und im Jahr 2008 die ersten Geräte auf den Markt, die um den Vorgänger-Kern Cortex A8 herum gebaut sind.
Symbian hat bereits angekündigt, dass das eigene Smartphone-Betriebssystem SymbianOS Unterstützung für ARMs symmetrische Multi-Prozessor-Architektur (SMP) erhalten soll. Künftige Versionen des Betriebssystems werden in der Lage sein, mit mehreren CPU-Kernen umzugehen, die ARMs Prozessor Cortex-A9 MPCore bietet. Erste Smartphones mit ARM Cortex-A9 MPCore und SymbianOS sollen 2010 auf den Markt kommen.
Die beiden neuen ARM-Kerne A9 und A9-MP unterscheiden sich in ihrem Funktionsumfang deutlich. Letztendlich kann aber auch bei den jeweiligen Einheiten jeder Hersteller eines Endgerätes wählen, welche Teile der Architektur er verwenden will. So preist ARM den A9 zwar mit integrierter FPU samt doppelter Genauigkeit und der Multimedia- und Grafikeinheit "Neon" an, zum Laufen bringt man ein ARM-System jedoch auch ohne diese. Für Ausgabe oder etwa 3D-Effekte ist dann jedoch ein externer Chip bzw. eine Integration dieser Aufgaben auf dem selben Die nötig.
Da die Hersteller von Endgeräten sich aus den ARM-Angeboten immer erst die für sie optimale CPU zusammenstellen müssen, sollen an der Software möglichst wenige Änderungen erforderlich sein. So sind die beiden neuen Kerne laut ARM auch weitgehend kompatibel zur Architektur des ARM11 aus dem Jahr 2002, welcher das letzte Design vor der 2005 gestarteten Ära der Cortex-Kerne war. Ein einzelner Cortex A9 soll folglich auch in die selben Designs passen, bei gleicher Leistungsaufnahme, aber höherer Energieeffizienz - und dabei aber vor allem mehr Rechenleistung bieten. Die Aufgaben werden in kürzerer Zeit erledigt, dabei aber in den Spitzen der Akku-Belastung weniger Strom verbraucht.



