Update macht gehackte iPhones unbrauchbar
Als wesentliche Neuerung kann das iPhone mit dem Update auch den iTunes-Shop im Internet nutzen, um etwa direkt Musik mit dem Handy zu kaufen. Zum Marktstart des iPhones wurde wiederholt kritisiert, dass der Aufruf des iTunes-Shops nicht von dem Apple-Handy aus möglich war. Auch mit vielen anderen Veränderungen scheint Apple auf Kritikpunkte reagiert zu haben.
Der iPhone-Lautsprecher für die Musikwiedergabe und bei der Freisprechfunktion ließ sich bislang nicht besonders laut stellen, was das Update nun korrigieren soll. Der E-Mail-Client zeigt neuerdings Anhänge wahlweise im Querformat. Ansonsten lässt sich das E-Mail-Programm aber weiterhin nur im Hochformat bedienen. Auch können per E-Mail empfangene Bilder noch immer nicht in die interne Foto-Applikation des iPhones abgelegt werden. Immerhin lassen sich Musikdateien in E-Mail-Anhängen nun direkt abspielen.
Insgesamt will Apple die Bedienung des iPhones verbessert haben. So öffnet ein Doppelklick auf den Home-Knopf häufig genutzte Kontakte oder öffnet die Steuereinheit für die Musikfunktionen. Dies lässt sich in den Optionen einstellen. Als weitere Neuerung soll sich die Alarmlautstärke nun nach Wunsch einstellen lassen.
Bei der Eingabe von Texten sorgt eine doppelte Betätigung der Leertaste dafür, dass Punkte und Leerzeichen je nach Bedarf eingefügt werden. Hier soll ein entsprechender Algorithmus für das richtige Verhalten sorgen. Damit will Apple der Kritik begegnen, dass sich ein "Punkt" über die iPhone-Soft-Tastatur nur relativ umständlich eingeben lässt.
Börsen- und Wetterberichte lassen sich jetzt in den zugehörigen iPhone-Applikationen umsortieren und das Bluetooth-Headset von Apple zeigt seinen Akkustand in der Status-Leiste des iPhone an. Ob dies auch mit anderen Bluetooth-Headsets funktioniert, ist derzeit nicht bekannt. In den Einstellungen lässt sich der Datenfunk via EDGE oder GPRS separat ausschalten. Somit können teure Roaming-Kosten im Ausland gespart werden und der Nutzer ist weiterhin per Mobilfunk erreichbar.
Neben diesen Funktionserweiterungen schließt das Update insgesamt zehn Sicherheitslücken in der iPhone-Software. Ein Sicherheitsleck betrifft die Bluetooth-Funktion. Ein Angreifer kann über eine Bluetooth-Verbindung schadhafte Datenpakete an das iPhone senden und so entweder Applikationen zum Absturz bringen oder beliebigen Programmcode ausführen.
Zwei weitere Sicherheitslecks betreffen den E-Mail-Client im iPhone. Bei Verwendung von SSL bekommt die E-Mail-Software nicht mit, wenn sich der entsprechende E-Mail-Server verändert, so dass sich darüber E-Mails ausspähen lassen. Der E-Mail-Client berücksichtigt Telefon-Links (tel:) und ruft diese bislang direkt ohne Nachfrage an, wenn diese angeklickt werden. Dies wurde bereits vielfach kritisiert und soll nun mit dem Update korrigiert werden, so dass nun vorher ein Dialog erscheint, in dem der Befehl nochmals bestätigt werden muss.
Das gleiche Problem betrifft auch den Safari-Browser des iPhones, bei dem der Fehler ebenfalls korrigiert wurde. Zudem beseitigt der Patch sechs weitere Sicherheitslücken in Safari. Ein Leck erlaubt das Ausspähen von URLs, zudem weist der Browser drei Cross-Site-Scripting-Lücken sowie ein Leck auf, mit dem sich JavaScript ausführen lässt. Ein weiterer Fehler betrifft die Deaktivierung von JavaScript, die erst wirksam wurde, nachdem der Browser beendet und wieder gestartet wurde.
Noch ist nicht ganz klar, ob das Update jedes iPhone unbrauchbar macht, wenn dieses zuvor mit einem Hack vom SIM-Lock befreit wurde. Mehrere Berichte im Internet lassen darauf schließen, dass es hier zu Problemen kommt und ein gehacktes iPhone nach Einspielung des Updates nicht mehr arbeitet. Bei der Einspielung des Updates weist Apple ausdrücklich darauf hin, dass ein gehacktes iPhone nach der Installation des Updates möglicherweise nicht mehr funktioniert.
Besitzer eines gehackten iPhones sollten also erst einmal einige Zeit warten, bis sie das Update einspielen. Das "iPhone Dev Team" hat für die kommende Woche einen weiteren Software-Hack in Aussicht gestellt, um die Aufhebung der SIM-Lock-Sperre wieder rückgängig zu machen. Dann sollten sich auch Firmware-Updates einspielen lassen, ohne das Mobiltelefon unbrauchbar zu machen. Die Gruppe hatte kürzlich kostenlos eine Software veröffentlicht, um die SIM-Lock-Sperre im iPhone abzuschalten.
Ganz reibungslos scheint das Update aber auch bei normalen iPhones nicht zu laufen. So gibt es Berichte, dass nach der Einspielung des Updates alle Kontakte und alle Notizen gelöscht wurden. Ob dies Einzelfälle sind oder ob das Problem öfter auftritt, ist derzeit nicht bekannt.
Apple verteilt das iPhone-Update mit der Version 1.1.1 ausschließlich über die iTunes-Software. Auf den Apple-Webseiten gibt es keinen Hinweis auf diese Aktualisierung. Zugleich hat Apple iTunes in der Version 7.4.3 veröffentlicht, um einige Probleme im Zusammenspiel mit dem iPod Touch zu beheben.
Nach wie vor wird das iPhone nur in den USA verkauft. Voraussichtlich wird das Update bereits auf den iPhone-Modellen installiert sein, die im November 2007 nach Deutschland kommen. Jedenfalls wiesen die deutschen iPhones anlässlich einer Presseveranstaltung in Berlin in der vergangenen Woche bereits einen Link auf den iTunes-Online-Shop auf, um dort mit dem iPhone einkaufen zu können.
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