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Spieletest: Boogie - Singen, tanzen, ärgern

Rhythmus- und Karaoke-Titel für Wii enttäuscht. Die Wii ist eine Erfolgsgeschichte, Singstar für die PlayStation ebenso - da müsste doch ein Karaoke-Titel für die Nintendo-Geschichte nahezu ein Selbstläufer sein. So oder so ähnlich müssen wohl die Gedankenspiele bei Electronic Arts ausgesehen haben, als "Boogie" konzipiert wurde; schade nur, dass das Endergebnis alles andere als hitverdächtig ist.
/ Thorsten Wiesner
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Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Boogie kopiert zwar viele Ideen von Sonys Singstar, positioniert sich allerdings keinesfalls als reine Karaoke-Simulation. Stattdessen ist das Ganze eher ein Rhythmus- bzw. Tanzspiel mit Singkomponente - nur, dass beide Teile des Konzepts alles andere als ausgereift sind.

Das beginnt bereits beim so genannten Tanzpart, den man entgegengesetzt zu den zahlreichen Tanzmattenspielen nicht stehend vor dem TV, sondern am besten auf der Couch sitzend absolviert - anstelle von schnittigen Körperbewegungen ist hier nämlich nur Reaktionsgeschwindigkeit beim Führen der Wiimote gefragt. Die soll im Takt geschüttelt und in alle Himmelsrichtungen geführt werden, von Zeit zu Zeit warten dann noch Bonusspiele, die möglichst schnelles Schütteln auf vorgegebene Art und Weise erfordern. Das klingt nicht nur recht öde, sondern spielt sich in der Praxis auch alles andere als wirklich motivierend - zumal die Bewegungserkennung auch alles andere als nachvollziehbar funktioniert.

In manchen Situationen entsteht das Gefühl, dass es fast egal ist, welche Bewegungen ausgeführt werden, um die Höchstpunktzahl zu erreichen, in anderen Momenten wird völlige Akribie verlangt - was deutlich an den Nerven zehrt.

Hinzu kommen dann immer wieder Singeinlagen, die zwar deutlich an Singstar erinnern, aber längst nicht so gut umgesetzt sind. Die Qualität der gebotenen Coverversionen (von "Girls Just Want To Have Fun" über "Walking On Sunshine" bis hin zu "YMCA" ist ein recht breites Spektrum an Pop- und Party-Hits enthalten) mag noch zu gefallen, die Spracherkennung dafür allerdings nicht: Ob man ins mitgelieferte und via USB-Port angeschlossene Mikrofon singt, summt oder nur haucht, ist für die Auswertung des Gebotenen mehr oder weniger irrelevant.

Zumindest die Präsentation ist im Großen und Ganzen gelungen: Zwar mutet das Ganze recht kindlich an, zudem sind die Möglichkeiten, seinen eigenen Spielcharakter zu modifizieren, recht eingeschränkt. Dafür ist das Design recht ausgefallen und flippig, und die Möglichkeit, eigene Musikvideos zu kreieren, zumindest eine Zeit lang unterhaltsam.

Boogie ist exklusiv für Nintendo Wii im Handel erhältlich und kostet inklusive Mikrofon etwa 50,- Euro.

Fazit:
Boogie hätte viel Potenzial gehabt - wenn die Entwickler mehr aus der eigentlich guten Ursprungsidee und dem witzigen Design gemacht hätten. Anstelle einer unterhaltsamen Tanz- und Sing-Kombination ist unterm Strich letztendlich aber nur eine sehr durchschnittliche Reaktionsgeschichte geworden - zu wenig, um einen Kauf zu rechtfertigen.


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