Anti-Open-Access-Strategie von US-Verlagen enthüllt
Konfrontiert mit zunehmenden Forderungen nach offenem Zugang zu mit Steuermitteln finanzierten, wissenschaftlichen Zeitschriftenartikeln (Open Access) hatte der US-Verlegerverband Anfang des Jahres den PR-Berater Eric Dezenhall beauftragt. Dezenhall soll den Verlagen dabei helfen, ihr lukratives Geschäftsmodell des hochpreisigen Verkaufs steuerfinanzierte Forschungsergebnisse abzusichern .
Ende August 2007 hatte AAP dann die "Partnership for Research Integrity in Science & Medicine" ( PRISM(öffnet im neuen Fenster) ) gegründet. Über die Homepage von PRISM machen die AAP-Verlage Stimmung gegen Open Access, was unter Wissenschaftlern und Universitätsbiliotheken zu Protesten geführt hat.
Nun hat die Zeitschrift New Scientist(öffnet im neuen Fenster) ein zweiseitiges Strategiepapier von Dezenhall veröffentlicht, in dem die Ziele und Maßnahmen einer Kampagne gegen Open Access ausgeführt werden. "Die Koalition sieht sich mit der entmutigenden Aufgabe konfrontiert" , heißt es in dem Papier(öffnet im neuen Fenster) , "Unterstützung für...einen weiterhin kostenpflichtigen Zugang zu wissenschaftlichen Zeitschriften zu gewinnen." Das sei besonders schwierig, weil der "Gegner" die "bessere Botschaft" hätte: "Freie Informationen."
Um das Ziel trotzdem zu erreichen, sollten die Verlage laut Dezenhall "die mit Open Access verbundenen Risiken" betonen und die staatliche Unterstützung für Open Access mit "Zensur gleichsetzen" und als "Gefahr für freie Unternehmen" darstellen. Schließlich empfiehlt der PR-Spezialist, in führenden Medien "Meinungsartikel zu platzieren" und "Anzeigen zur Kommunikation der Schlüsselargumente zu schalten" . Die Kosten für eine sechsmonatige Kampagne veranschlagt Dezenhall auf 300.000 bis 500.000 US-Dollar. [von Robert A. Gehring]