Kreative: Zwischen Selbstausbeutung und KSK

Für Regine Haschka-Helmer ist das Urheberrecht "nicht so der ausschlaggebende Faktor". In dem wirtschaftlichen Umfeld, in dem sich ihr Unternehmen bewege, spielten Schutzrechte keine große Rolle. Entscheidender Wettbewerbsvorteil sei, mit Innovationen schnell auf dem Markt zu sein. Die entwickelte Software würden die Entwickler dann auch schon mal "allen zur Verfügung stellen". Im Unterschied zu Schutzrechten sei es ein echtes Problem für die Branche, qualifizierten Nachwuchs zu finden, so Haschka-Helmer. Die Berufsschulen seien zu wenig an der Praxis orientiert und würden falsche Berufsbilder vermitteln, beklagte sie an den Finanzminister gerichtet.

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Haschka-Helmer fand einige Unterstützung bei Judith Mair, die das in der Öffentlichkeit präsente Bild der digitalen Boheme ("Viertel nach Acht - die schlafen alle noch") angriff. Dieses Bild würde der harten Arbeit und den prekären Einkommensverhältnissen der kreativen Selbstausbeuter in keiner Weise gerecht werden. Für die von Haschka-Helmer kritisierten, falschen Vorstellungen des Branchennachwuchses wollte Mair allerdings nicht nur den Berufsschulen die Schuld geben. Die Unternehmer und Unternehmerinnen seien auch selbst in der Pflicht, ein realistisches Bild der Praxis zu vermitteln. Dazu könnte eben auch gehören, ein paar Stunden in der Woche "statt zum Yoga oder Joggen" in die Berufsschulen zu gehen.

Edgar Berger brachte die Diskussion erneut auf die Belange der Musikindustrie. Es könne nicht sein, dass der Diebstahl einer Single als Ladendiebstahl leicht zu verfolgen sei, aber der 100.000fache Diebstahl in Tauschbörsen wegen des Datenschutzes nicht verfolgt werden könne. Es müsse unbedingt ein zivilrechtlicher Auskunftsanspruch her, der daran nicht scheitere.

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