BIU: Stärkung des Jugendmedienschutzes verabredet
Unter anderem geht es der Initiative darum, die Medienkompetenz von Eltern, Erziehern und Lehrern sowie weiteren erzieherisch verantwortlichen Personen zu steigern, damit diese Computer- und Videospiele besser einschätzen können. Dazu kommt noch eine Aufklärung über mögliche Risiken durch "falsche Nutzung virtueller Spiele" .
Die Beteiligten erhoffen sich, die Öffentlichkeit für den sachgerechten Umgang mit Computer- und Videospielen zu sensibilisieren. Gefördert werden sollen neben Lernspielen und wissenschaftlichen Forschungsaktivitäten auch generell die für die Computer- und Videospiele-Industrie relevanten Ausbildungsbereiche.
In den nächsten Wochen sollen die Eckpunkte der "Initiative gesellschaftliche Verantwortung" mit "themennahen Partnern" konkretisiert werden. Dazu gehört auch die organisatorische Verankerung der Initiative. Ob es sich um eine Stiftung oder eine andere mögliche Organisationsform handeln wird, steht noch nicht endgültig fest.
"Die Tatsache, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern über einen sehr hohen Jugendmedienschutz verfügt, sollte uns nicht daran hindern, Schwachpunkte zu erkennen. Beim Jugendschutz muss immer wieder 'nachjustiert' werden, damit wir auf der Höhe der gesellschaftlichen Entwicklung bleiben. Sowohl die Werte unserer Gesellschaft als auch die sich verändernden technischen Möglichkeiten müssen ständig Gegenstand der Diskussion sein" , betonte die SPD-Politikerin Kerstin Griese, Vorsitzende des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Deutschen Bundestag. "Vor diesem Hintergrund begrüßen wir, dass die Wirtschaft Verantwortung übernimmt" , so Griese weiter.
Laut BIU sind sich die Wirtschaft sowie "Kompetenzen von Bund, Ländern, Kommunen, Wissenschaft, Bildung und Jugendmedienschutz" einig, dass Deutschland im Allgemeinen ein funktionierendes Jugendmedienschutzsystems in Bezug auf Computer- und Videospiel aufweist. In einzelnen Bereichen sei jedoch eine Optimierung notwendig – insbesondere bei der Umsetzung bestehender gesetzlicher Vorgaben.
Damit dürfte vor allem der Handel gemeint sein, der laut Kritikern noch zu lasch mit der Alterskennzeichnung ist, wie Testkäufe gezeigt hätten. Deshalb geht es nun darum, die Einhaltung der Altersfreigaben der Computer- und Videospiele zu beachten, ihre Einhaltung zu gewährleisten und Verstöße nicht als "Kavaliersdelikt" zu sehen, sondern diesen konsequent entgegenzutreten, so der BIU. Die Spiele seien keine kulturellen Randbereiche mehr, sondern hätten als eigenständiger Entertainment-Bereich ihren Einzug in die Alltagskultur gefunden.
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"Die Industrie hat in den vergangenen Jahren eine Menge zum Schutz von Kindern und Jugendlichen beigetragen. Hierzu gehört zum Beispiel die Einführung der Alterskennzeichnungen auf den Spielpackungen und die Umsetzung technischer Kontrollsysteme" , so Thomas Zeitner, Vorstandssprecher des Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware. "Wir wollen aber bei dem Erreichten nicht stehen bleiben und übernehmen ganz konkret Verantwortung und ergreifen daher noch weitere Maßnahmen."
Der 2005 gegründete BIU ist der deutsche Branchenverband der Spielpublisher. Mittlerweile sind zwölf Mitglieder im BIU organisiert, die laut dem Verband einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent am deutschen Computer- und Videospielmarkt repräsentieren.
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