Racetrack Memory - IBM erforscht Universalspeicher

Das ist das Ende der Festplatte - zumindest, wenn IBM-Fellow Stuart Parkin(öffnet im neuen Fenster) zum zweiten Mal Recht behält. Bereits 1991 entdeckte er den Effekt der "Giant Magneto Resistance" ( GMR(öffnet im neuen Fenster) ), der seit 1997 ein Standardverfahren für die Konstruktion der Schreib-/Leseköpfe von Festplatten ist.
Durch den Racetrack bewegen sich Magnetfelder, die je einem Bit entsprechen mit umgerechnet 100 Metern pro Sekunde - die Zugriffszeiten sollen sich damit im Bereich von einer Nanosekunde bewegen, wie Parkin der New York Times sagte. Der Schreib-/Lesekopf sitzt dabei auf dem Silizium. Anders als bei Festplatten steht er also fest, und der Datenträger - die Ladungen im Nano-Draht - wird daran vorbeigeführt. Neben höheren Geschwindigkeiten für Massenspeicher sollen sich damit auch die Speicherdichten drastisch erhöhen lassen, da man nicht mehr auf die Beschränkungen des Siliziums wie bei aktuellen Flash-Speichern angewiesen ist. Vielmehr nutzt der Racetrack die dritte Dimension, nicht mehr nur das dichtere Packen von Speicherzellen. Stuart Parkin geht von einem Faktor 100 gegenüber rotierenden Magnetscheiben aus.
Damit ist das Racetrack Memory nicht mehr nur als Flash-Ersatz, sondern auch als mögliche Nachfolge der Festplatten interessant. Deren größter Vorteil liegt neben der Geschwindigkeit derzeit noch in einem konkurrenzlos günstigen Verhältnis von Speicherplatz zu Preis. Wenn sich die Rennkurs-Speicher bei hundertmal höherer Dichte als Festplatten mit gängigen Halbleiter-Verfahren herstellen lassen, dürfte sie recht günstig werden. Laut der New York Times(öffnet im neuen Fenster) rechnet Parkin in den kommenden drei bis fünf Jahren mit dem Status der Serienreife für das Racetrack Memory - etwas weniger, als es bei GMR gebraucht hat.