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Open Access: US-Wissenschaftler kontra Fachverlage

Die Aussagen der PRISM-Koalition stoßen unter Wissenschaftlern und Universitätsverlagen auf heftige Kritik. So hat der Verband der Forschungsbibliotheken vor einigen Tagen einen öffentlichen Brief publiziert, in dem der PRISM-Koalition vorgeworfen wird, in ihren Äußerungen "regelmäßig das Bild über die Natur und die Substanz der Diskussion über Open Access und Public Access zu öffentlich geförderten Forschungsergebnissen zu verzerren".

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Auch einzelne Wissenschaftler haben sich gegen die AAP und PRISM gewandt. So hat der Evolutionsbiologe Jonathan A. Eisen Ende August 2007 in seinem Blog zum Boykott der PRISM-Initiative aufgerufen. Tom Wilson, Gründer und Herausgeber des renommierten International Journal of Information Management, hat sogar öffentlich seinen Rücktritt als Herausgeber erklärt. Zur Begründung führt er unter anderem an: "Insbesondere die Behauptung, dass Open Access den Peer-Review-Prozess gefährden würde, ist nichts anderes als eine riesige Lüge - eine Propaganda-Technik, die von Dr. Goebbels stammt - und ich kann es nicht länger zulassen, dass mein Name mit einem Verlag in Verbindung gebracht wird, der sich solcher Taktik bedient."

Wilson kündigt in seinem Brief weitere Konsequenzen an: "Eine der Behauptungen auf der PRISM-Website lautet, dass die Verlage große Summen dafür ausgeben, den Peer-Review-Prozess zu finanzieren. Ich selbst und andere Wissenschaftler haben aber niemals an dem von uns durchgeführten Peer Review verdient. In Zukunft werde ich das Peer Review nur noch für Open-Access-Zeitschriften durchführen."

Während in den USA der Streit immer mehr hochkocht, haben die kanadischen Institutes of Health Research (CIHR), das Gegenstück zu den NIH in den USA, eine neue Open-Access-Policy erlassen. Ab Anfang 2008 werden alle Forscher, die Mittel von den CIHR in Anspruch nehmen, dazu verpflichtet, wissenschaftliche Artikel spätestens sechs Monate nach ihrem ursprünglichen Erscheinen kostenlos online verfügbar zu machen.

In Deutschland stießen vergleichbare Vorschläge bei den Verlagen und in der Regierungskoalition auf Ablehnung. Dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels gelang es, den Verband deutscher Schriftsteller zusammen mit dem deutschen PEN-Zentrum zum Kampf gegen Open Access ins Boot zu holen. Im Mai 2007 veröffentlichten die Schriftsteller zusammen mit dem Börsenverein eine "Frankfurter Mahnung", in der Vorschläge für Open Access zurückgewiesen wurden. Stattdessen wurden Subventionen für "die Wissensbereitstellung und -aufbereitung" gefordert. Am Ende setzten sich die Verlage durch und die ursprünglich in der Urheberrechtsnovelle vorgesehene Open-Access-Regelung wurde gestrichen. [von Robert A. Gehring]

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GNU Prediger 12. Sep 2007

Vor 500 Jahren hat die Katholische Kirche den Vortschritt aufgehalten weil ein par...

byti 12. Sep 2007

.. das wichtigste (aber auch gefährlichste) Gut was wir haben. Ich find das unmöglich das...


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