AMD: TDP ist out, neue Opterons bald mit 2,5 GHz
Schon auf den Benchmark-Seiten(öffnet im neuen Fenster) zu den neuen Produkten nennt AMD einen Opteron 8360 SE – dieser Prozessor ist jedoch mit den ersten Quad-Cores von AMD noch gar nicht angekündigt worden. Wie Chief Operating Officer (COO) Dirk Meyer jedoch in Barcelona bestätigte, wird der Chip-Hersteller "im vierten Quartal den Takt um 25 Prozent steigern" . Meyer bestätigte damit einen Opteron von 2,5 GHz, der auch auf den inoffiziellen Roadmaps von AMD als Modell 8360 SE geführt wird.
Das ärgert AMD seit Jahr und Tag, und so wies der Intel-Rivale schon im Vorfeld der Barcelona-Vorstellung darauf hin, dass man doch bitte die gesamte Plattform betrachten möge. Laut AMDs Messungen nimmt dabei die Northbridge eines Intel-Chipsatzes mit dem Speichercontroller 32,4 Watt auf, was die 50 Watt der sparsamsten Xeon-Serie 5300 relativiert – die neuen Opterons erreichen bei der klassischen TDP-Angabe derzeit minimal 68 Watt, aber eben mit integriertem Speichercontroller.
Nun, knapp zwei Monate später nach diesem Aufruf, möchte AMD die lästige TDP am liebsten ganz loswerden. Dirk Meyer präsentierte in Barcelona das Konzept der "Average CPU Power" ACP. Statt wie bei der TDP bisher üblich die höchstmögliche Leistungsaufnahme mit möglicherweise unsinnigen und wirklichkeitsfremden Codefolgen zu provozieren, plädiert AMD für einen realistischen Durchschnittsverbrauch, den man messen sollte.
Wie AMD in einem jetzt veröffentlichten Dokument(öffnet im neuen Fenster) erklärt, wird dafür eine eigene Plattform konstruiert, bei der alle Versorgungsleitungen zum Prozessor-Sockel vermessen werden können. Als Testprogramme werden SPEC-Benchmarks wie SPECcpu2006, aber auch die Java-Tests (SPECjbb2005) und der bekannte TPC-C-Test und STREAM verwendet. Dabei wird die Last auf den Leitungen zweimal pro Sekunde gemessen, am Ende wird das geometrische Mittel über alle Tests ausgerechnet.
In der PDF-Datei(öffnet im neuen Fenster) "ACP – The truth about power consumption starts here" heißt es außerdem: "AMD ist der Meinung, dass die Methode hinter der ACP der neue Standard werden sollte, weil sie sowohl die Prozessor-Kerne wie auch den Speichercontroller umfasst. Heute können Firmen die echte Leistungsaufnahme kaschieren, indem sie sich auf den Prozessor selbst fixieren und die Leistungsaufnahme des externen Speichercontrollers vernachlässigen."
Das zielt direkt auf Intel – ob sich der CPU-Marktführer diesem Vorschlag anschließt, ist jedoch mehr als fraglich, vor allem, weil AMDs Messverfahren den Speicher selbst weiterhin außen vor lässt. Dabei hatte AMD selbst schon darauf hingewiesen , dass die FB-DIMMs von Intel-Plattformen deutlich mehr Leistung aufnehmen als der DDR2-Speicher der Opterons. In seinem ACP-PDF erwähnt AMD folglich auch, dass Administratoren am besten gleich die Leistungsaufnahme des gesamten Servers an der Steckdose messen sollten. Fraglich ist damit, wer die ACP überhaupt als relevante Größe akzeptiert.
Viel wahrscheinlicher ist, dass Intel auf dem in der kommenden Woche in San Francisco stattfindenden IDF nicht nur recht geringe TDP-Werte für die kommenden Xeons mit Penryn-Kernen vorlegt, sondern AMDs Kritik heftig erwidert, was schon auf den letzten derartigen Veranstaltungen für den ein oder anderen Eklat gesorgt hatte.
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