Strom aus dem Schuh

Christian Croft beispielsweise hat die in Großbritannien gerade populären "Heelys", das sind Schuhe, in deren Ferse eine Rolle eingebaut ist, umgebaut: Ein Stromgenerator in der Sohle setzt die beim Laufen entstehende Bewegungsenergie in elektrische Energie um.
Die so gewonnene Antriebskraft speist einen Micro-Computer und ein LCD, das auf dem Schuh befestigt ist. Nun lässt sich diese Energie für sinnvolle Zwecke wie beispielsweise ein GPS-System nutzen oder für ein Kunstprojekt, wie es sich Christian Croft ausgedacht hat: Er nennt es Energy Harvesting Dérive(öffnet im neuen Fenster) , es soll beim Conflux Festival in Brooklyn an den Start gehen.
Da die Schuhe als Kunstprojekt initiiert sind, ist es derzeit nicht das Ziel, dem Träger den richtigen Weg zu weisen, sondern im Gegenteil ihn absichtlich von seinem bekannten Weg wegzuführen. Der Träger soll sich verlaufen, er soll seine üblichen Pfade verlassen und beispielsweise urbane Hindernisse wie Mauern überwinden oder sich durch dichten Verkehr kämpfen, auch wenn dies ausweglos erscheint.
Wer an dem Projekt teilnimmt, erforscht damit die Stadt und seine Ströme. Sich treiben lassen soll die Auswirkungen der Stadtplanung enthüllen und den Menschen dazu bringen, neue Transportmethoden wahrzunehmen.
Der erste Prototyp – noch ohne Roller im Schuh -, den Croft verbaute, konnte eine AA-Zelle laden. Jeder Schritt liefert nämlich eine Ladung von 40 Milliamperesekunden bei einer Spannung von 0,5V. Auch das MIT hat bereits daran geforscht, Energie aus der Laufbewegung zu generieren. Joseph Paradiso, Chef des Media Laboratory Things that Work Konsortium, hat beispielsweise mit piezoelektrischen Elementen experimentiert(öffnet im neuen Fenster) .



