Abo
  • Services:
Anzeige

Media in Transition - Die Zukunft der Mediendistribution

Zum Abschluss des ersten Panels sprach dann Joachim Graf vom HighText-Verlag (München) über "die Zukunft der Inhalte". Die "Party" sei für die etablierten Medienindustrien "vorbei", konstatierte Graf. Die Geschäftsmodelle der vergangenen 200 Jahre, die auf dem "Verkauf von Inhalten als Produkte", auf der "Trennung von Künstler und Kunst" gründeten, seien nicht mehr länger überlebensfähig. Inhalte würden schon bald aufhören, Waren zu sein, da es im Internet keine Knappheit an Inhalten gebe, so Graf. Diese ökonomische Binsenweisheit zu ignorieren, würde den traditionellen Medienunternehmen auch nicht helfen. Als Beispiel verwies er auf die Pornofilm-Industrie, die durch die vielen kostenlosen Pornofilme im Internet in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten geriete. Die vielen kostenlosen Inhalte seien, so Graf, eine direkte Folge der technologischen Entwicklung. Die Produktion von Inhalten würde immer preiswerter, was sich auf den "Preis" der Produkte niederschlagen müsse.

Wie also in Zukunft Geld verdienen? "How can the party continue?", fragte Joachim Graf dann. Seine Antworten in Stichpunkten: Werbung, Ruhm, Events und Hardware. Im Detail bedeutet das: Wenn immer mehr Menschen immer mehr Zeit mit Online-Medien verbringen, sei es nur logisch, dass die Multi-Milliarden-Werbeindustrie immer mehr in Online-Werbung investieren müsse. Wem es gelinge, im Internet durch die kostenlose Verbreitung von Inhalten berühmt zu werden, der könne seinen persönlichen Marktwert (seinen Ruhm) vielfältig in bare Münze umsetzen, beispielsweise durch Beratungsaktivitäten oder Vorträge. Anders als konservierte Medieninhalte lassen sich Live-Aktivitäten nicht technisch reproduzieren. Live-Events - "content as a service" - sei deshalb ein weiterer Weg, Geld zu verdienen. Und schließlich belege das Beispiel iPod/iTunes, dass der komplementäre Verkauf von Hardware eine sprudelnde Einkommensquelle darstellen könne.

Anzeige

In der sich an die Vorträge anschließenden Diskussionsrunde waren sich alle einig, dass die Werbeindustrie die neuen Möglichkeiten noch nicht richtig erkannt hätte. Die sich auf den Web-2.0-Plattformen eröffnenden Möglichkeiten der zielgerichteten Werbung mit Hilfe von Nutzer-Profilen werde aber in Zukunft zu einer der wichtigsten Einnahmequellen werden. Das Vertrauen der Nutzerbasis sei das wichtigste Kapital der neuen Portale. Deshalb sei es für die Plattform-Betreiber höchstes Gebot, ihren Nutzern gegenüber einen transparenten Umgang mit deren persönlichen Daten zu garantieren und es sollte auf jeden Fall immer auch die Möglichkeit der anonymen Nutzung geben. Letztlich werde es auf einen Mix von Einnahmequellen aus Werbung, Abonnements, Provisionen und Direktvermarktung hinauslaufen, stimmten alle überein.

Was die Struktur der Medienindustrie anbelangt, erwarten die Panel-Teilnehmer einen grundsätzlichen Umbruch weg von wenigen, riesigen Medienkonzernen hin zu einer vielfältigen Landschaft "mit kleineren Manufakturen". Es wird in Zukunft mehr "eine Indy-Label-Welt" sein als eine "Major-Welt". Diese Erwartungen an den Strukturwandel lassen sich als Folge der veränderten Transaktionskosten in einer Welt digitaler Medien verstehen. Wo Inhalte kostengünstig produziert, kopiert und verbreitet werden können, haben Großunternehmen nicht mehr automatisch strukturelle Kostenvorteile. Im Gegenteil, die Notwendigkeit, permanent einen großen bürokratischen "Wasserkopf" mitfinanzieren zu müssen, führt zu Kostennachteilen und einem Mangel an Flexibilität. Das sollten Newcomer ausnutzen, mit "Leidenschaft". "Hack something together, do it as cheaply as possible, and get it out!", so der Appell der Portalgründer. Und: "Stick with it, carry on, listen to nobody if you believe in your idea!" (Martin Stiksel) Déjà vu! [von Robert A. Gehring]

 Media in Transition - Die Zukunft der Mediendistribution

eye home zur Startseite
starke Krämpfe 08. Sep 2007

diese Eigenschaften, die typischerweise dem "Web 2.0" zugeschrieben werden" Wenn ich mir...

Aufmerksamkeit... 08. Sep 2007

Also wenn das nachmachen bestehender erfolgreicher Dienster Gründerstimmung ist, dann...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Energie und Wasser Potsdam GmbH, Potsdam
  2. MAQUET Holding B.V. & Co. KG, Rastatt
  3. Bertrandt Ingenieurbüro GmbH, München
  4. stoba Präzisionstechnik GmbH & Co. KG, Backnang (nahe Stuttgart), Yantai (China)


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 29,99€
  2. 19,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  3. 21,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Umwelt

    China baut 100-Meter-Turm für die Luftreinigung

  2. Marktforschung

    Viele Android-Apps kollidieren mit kommendem EU-Datenschutz

  3. Sonic Forces

    Offenbar aktuellste Version von Denuvo geknackt

  4. KWin

    KDE beendet Funktionsentwicklung für X11

  5. Sprachassistenten

    Alexa ist Feministin

  6. Elektromobilität

    Elektroautos werden langsam beliebter in Deutschland

  7. Crypto-Bibliothek

    OpenSSL bekommt Patch-Dienstag und wird transparenter

  8. Spectre und Meltdown

    Kleine Helferlein überprüfen den Rechner

  9. Anfrage

    Senat sieht sich für WLAN im U-Bahn-Tunnel nicht zuständig

  10. Gaming

    Über 3 Millionen deutsche Spieler treiben regelmäßig E-Sport



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Nachbarschaftsnetzwerke: Nebenan statt mittendrin
Nachbarschaftsnetzwerke
Nebenan statt mittendrin
  1. NetzDG Streit mit EU über 100-Prozent-Löschquote in Deutschland
  2. Nextdoor Das soziale Netzwerk für den Blockwart
  3. Hasskommentare Neuer Eco-Chef Süme will nicht mit AfD reden

EU-Urheberrechtsreform: Abmahnungen treffen "nur die Dummen"
EU-Urheberrechtsreform
Abmahnungen treffen "nur die Dummen"
  1. EU-Netzpolitik Mit vollen Hosen in die App-ocalypse
  2. Leistungsschutzrecht EU-Kommission hält kritische Studie zurück
  3. Leistungsschutzrecht EU-Staaten uneins bei Urheberrechtsreform

Computerforschung: Quantencomputer aus Silizium werden realistisch
Computerforschung
Quantencomputer aus Silizium werden realistisch
  1. Tangle Lake Intel zeigt 49-Qubit-Chip
  2. Die Woche im Video Alles kaputt
  3. Q# und QDK Microsoft veröffentlicht Entwicklungskit für Quantenrechner

  1. Re: Migration X11 -> Wayland

    Teebecher | 03:18

  2. Re: SJW müssen mal wieder den Spaß aus allem...

    KaeseSchnitte | 03:11

  3. Re: Warum verschweigt er das wahre Problem...

    lurchie | 02:55

  4. Spectre und ältere Rechner

    Thobar | 02:52

  5. Re: Das fehlt mir gerade noch ...

    KaeseSchnitte | 02:26


  1. 18:19

  2. 17:43

  3. 17:38

  4. 15:30

  5. 15:02

  6. 14:24

  7. 13:28

  8. 13:21


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel