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NXPs HD-Prozessor für nächste TV-Generation in Aktion

Chip PNX5100 entruckelt 1080p bis zu 120 Hertz. Auf der IFA 2007 gibt Philips' ehemalige Halbleitersparte NXP einen Ausblick auf die Fernseher des Jahres 2008. Der Backend-Prozessor PNX5100 soll aus allen möglichen digitalen Eingangsformaten bis zu 120 Bilder pro Sekunde zaubern.
/ Nico Ernst
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NXPs Marketing-Chef Jos Klippert stellte im Gespräch mit Golem.de unmissverständlich klar: "Mit dem PNX5100 können LCD-Fernseher da ankommen, wo Röhren-Fernseher mit 100 Hertz vor sechs Jahren schon waren." Klippert spielt dabei vor allem auf den nicht immer flüssigen Bildeindruck von Flachbildfernsehern an, der sich besonders unangenehm bei Sportübertragungen zeigt: Das Bild ruckelt - je nach Qualität der Bildaufbereitung - mehr oder weniger stark. Auch die Beschleunigung von den 24 Bildern (24p) von Kinofilmen auf 48 oder 96 Hertz ist nicht unproblematisch. Der Fernseher oder der HD-Player müssen dabei mehr oder weniger intelligent Bilder hinzurechnen. Nur ein Bild doppelt oder vierfach zu zeigen, ändert am Geruckel nichts.

Jos Klippert von NXP beschreibt den PNX5100 auf der IFA
Jos Klippert von NXP beschreibt den PNX5100 auf der IFA (04:57)

Eine Lösung soll der PNX5100 aus der Serie "Nexperia" sein, andere Hersteller entwickeln jedoch ähnliche Prozessoren. NXP zeigt den Chip jedoch im Innern seines Standes auf der IFA 2007 ausführlich - freilich mit gut ausgewähltem Demo-Material. Bei den 100 Hertz der Vorführung waren auch bei hektischen Schwenks kaum Ruckler auszumachen, das sonst oft zu sehende Kantenflimmern der interpolierten Bilder war nur bei genauem Hinsehen aus kürzester Entfernung zu beobachten.

Die NXP-Demo im ganzen Durchlauf
Die NXP-Demo im ganzen Durchlauf (01:02)

Etwas übertrieben wirkten die Einstellungen für höheren Farbkontrast - das T-Shirt der skatenden Dame wirkte im aufpolierten Bild (rechte Bildhälfte) bonbonfarben türkis, während das Original-Material eine wesentlich dezentere Farbe aufwies.

Ob sich die Reihenfolge der hinzugerechneten Bilder verschieben lässt - manche Zuseher empfinden eine frühere oder spätere Darstellung als noch flüssiger -, konnte NXP noch nicht sagen. Für den erweiterten Farbraum und andere Bildverbesserungen können die TV-Hersteller den Endverbrauchern aber Einstellmöglichkeiten über die Fernbedienung ermöglichen.

Der PNX5100 ist ein Back-End-Prozessor. Er ist also die letzte Instanz direkt vor dem LCD- oder Plasma-Panel. Anders als 1-Chip-Lösungen für Fernseher kümmert er sich nicht um die Digitalisierung von analogen Eingängen und den TV-Empfang, sondern nur um die Beschleunigung auf höhere Bildraten, Farbkorrektur und Kantenglättung. Er lässt sich mit anderen Chips für die vorher zu erledigenden Aufgaben kombinieren, beispielsweise auch mit HD-fähigen Empfängern oder De-Interlacern. Die Bildaufbereitung erfolgt mit drei Prozessor-Kernen, insgesamt soll der Chip eine Rechenleistung von 30 GFlops erreichen - so viel wie ein Supercomputer vor zehn Jahren.

Damit ist auch klar, dass der PNX5100 kein Schnäppchen wird. Vergleichsweise teure 20,- US-Dollar soll er für TV-Hersteller kosten. NXP erwartet, dass der PNX5100 in HD-Fernsehern ab etwa 1.500,- Euro integriert wird. Im ersten Quartal 2008 soll der Chip ausgeliefert werden. Zwei Unternehmen wollen laut NXP den Prozessor in ihren Geräten anbieten - eines dürfte der ehemalige Mutterkonzern Philips sein.


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