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FSF: GPLv3 gilt auch für Microsoft

Keine Übereinstimmung mit Microsofts Ansicht. Als Reaktion auf die Veröffentlichung der GNU General Public License v3 (GPLv3) erklärte Microsoft, man fühle sich durch die Softwarelizenz zu nichts verpflichtet. Die Free Software Foundation (FSF) sieht dies anders: Das Unternehmen könne sich nicht von den Bestimmungen der GPLv3 ausnehmen. Dass Microsoft sich an die Lizenz hält, will die FSF selbst sicherstellen.
/ Julius Stiebert
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In einer Stellungnahme zur neuen GPLv3 hatte Microsoft im Juli 2007 erklärt, sich durch die GPLv3 zu nichts verpflichtet zu fühlen. Keine der eigenen Aktionen würde sie zu einem Vertragspartner nach der GPLv3 machen, womit auch die Lizenzbestimmungen nicht auf das Unternehmen zuträfen. Der Vertrieb von Support-Zertifikaten im Rahmen der Zusammenarbeit mit Novell stelle ebenfalls keine Anerkennung der Lizenz dar.

Die Free Software Foundation als Organisation hinter der Lizenz für freie Software äußerte sich nun ihrerseits zu Microsofts Ansichten. Die FSF habe auf Microsofts Versuch, durch ein Patentabkommen mit einem Linux-Distributor die Open-Source-Community zu spalten, mit entsprechenden Änderungen am Lizenztext bei der Entwicklung der GPLv3 reagiert. Erhalten Nutzer nun ein Patentversprechen von Microsoft für eine GPLv3-Software, die beispielsweise in einem Suse-Linux-Produkt enthalten ist, so gelte dieses Versprechen auch für jeden anderen Nutzer des Programms, so die FSF.

Microsoft könne nicht einfach entscheiden, dass die GPLv3 nicht für das Unternehmen gelte. Sofern Microsoft selbst oder jemand im Auftrag von Microsoft GPLv3-lizenzierte Software vertreibe, gelte die Lizenz auch für die Redmonder, so die FSF in ihrer Erklärung. Der Vertrieb von GPLv3-Software unter anderen Bedingungen sei nicht möglich. Daher will die FSF auch sämtliche Ressourcen einsetzen, um sicherzustellen, dass Microsoft ihre Copyrights und Lizenzen achtet und nach deren Bestimmungen handelt, verkündet die Organisation.

Die SCO-Prozessbeobachter von Groklaw(öffnet im neuen Fenster) interpretieren diese Ankündigung so, dass die FSF auch gegen Microsoft klagen würde, sollte es nötig werden.


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