GC: id Software zeigt Rage und id Tech 5 - Abkehr von Linux?

Bei id Software stehen Mac, PC, PS3 und Xbox 360 mit gleichem Monitortyp nebeneinander, um schnell sehen zu können, ob es unerwünschte Unterschiede zwischen den Versionen gibt. Auf die Frage danach, ob unter Windows DirectX 10 eingesetzt würde, betonte Hollenshead, dass id Tech 5 nur DirectX 9 nutzen würde und demnach auch unter XP und nicht nur unter Vista laufe. Auf der Xbox 360 wird das DirectX-Äquivalent und auf dem Mac OpenGL verwendet, für die PS3 wurde ein eigener Renderer entwickelt. Auf allen Plattformen soll Rage bei 60 Bildern/s flüssig laufen, bei den Konsolen mit einer Auflösung von 1.280 x 720 Bildpunkten (720p).
Allerdings gesteht Hollenshead auch ein, dass andere Engines besser dafür geeignet sind, die 3D-Objekte bzw. 3D-Umgebung während des Spiels dynamisch zu verändern ("Geometry Deformation"). Mit id Tech 5 sei das zwar auch möglich, aber sie sei nicht darauf ausgelegt.
"John hat bereits eine Lösung dafür im Kopf, sie ist bloß noch nicht umgesetzt" , erklärte Hollenshead mit Verweis auf seinen Kollegen und 3D-Engine-Experten John Carmack – allerdings setzt das DVD-Laufwerk enge Grenzen. Ein weiteres Problem ist die geringe Kapazität der DVD: Die Daten werden laut Hollenshead auf mehreren Scheiben ausgeliefert, auch die Kompression kann das nicht verhindern. Zumindest ohne Festplatte werden Xbox-360-Nutzer dann während des Spielens zum DVD-Wechseln gezwungen sein. Damit zählt Rage dann zu den ersten Spielen, bei denen eine DVD nicht mehr ausreicht. Auch Epic Games' Unreal Tournament 3 und vor allem Rockstar Games' Grand Theft Auto 4 – beide noch nicht erschienen – sprengen die DVD-Kapazität.
Auf die Frage danach, ob denn Rage bzw. die zu Grunde liegende id-Tech-5-Engine neben Mac, Windows-PC, PlayStation 3 und Xbox 360 auch Linux-PCs unterstützen werden, antwortete Hollenshead, dass dazu noch nichts geplant oder angekündigt worden sei. Technisch möglich wäre es, zumal auch mit MacOS X ein Unix-System unterstützt würde. Hollenshead zufolge ist John Carmack mittlerweile nicht mehr so an Linux interessiert wie zuvor, auch wenn es noch einige Linux-Fans bei id Software gebe. Hier müssen Linux-Fans also noch abwarten.
Auch OpenGL hat mittlerweile nicht mehr die Top-Priorität bei id Software, Hollenshead zufolge habe Microsoft viel aus seinen Fehlern bei früheren DirectX-Versionen gelernt. Carmack sei von DirectX mittlerweile recht angetan. OpenGL werde zwar weiter unterstützt, was auch an der direkten Mac-Unterstützung zu sehen ist, da aber ein ganzes Konsortium hinter OpenGL stehe, brauche OpenGL länger bei der Entwicklung.
Wie lange Rage nebst id-Tech-5-Engine noch in Entwicklung sein werden, war – wie bei id Software üblich – noch nicht zu erfahren. "When it's done" , wiederholte Hollenshead den altbekannten Spruch. Den bereits auf der QuakeCon 2007 gezeigten Trailer mit Ingame-Grafik wollte id Software noch nicht herausgeben, er sei noch nicht freigegeben – so gibt es weiterhin nur die abgefilmten Videos im Netz.