WebRunner: Firefox als Applikationsplattform
Die "XML User Interface Language" wurde vom Mozilla-Projekt als Beschreibungssprache für grafische Benutzeroberflächen entwickelt und in diversen Applikationen genutzt, von Firefox und Thunderbird über Netscape und Seamonkey bis hin zu Komodo und Songbird. Dabei wird aus XUL-Dateien mit Hilfe von Mozillas Rendering-Engine Gecko, die beispielsweise Firefox auch zum Rendern von Webseiten nutzt, die grafische Benutzeroberfläche generiert. Mozillas XULRunner(öffnet im neuen Fenster) erlaubt es Dritten, eigene, eigenständige Desktop-Applikationen auf Basis dieser Plattform zu erstellen, den XULRunner bringen diese selbst mit.
Da Firefox und XULRunner in großen Teilen auf demselben Code basieren, bedurfte es keiner großen Veränderungen, um Firefox selbst zu einer Runtime für vollständige XUL-Applikationen zu machen. So können mit dem kommenden Firefox 3 vollständige XUL-Applikationen in Firefox umgesetzt werden. Möglich wird dies durch den Schalter "-app", mit dem sich aus .ini-Dateien XUL-Applikationen im Firefox starten lassen ("firefox -app application.ini"). Diese laufen dann in einem eigenen Prozess und mit eigenem Profil.
Die Mozilla-Entwickler sehen dies als einen alternativen, noch experimentellen Weg an, Applikationen auf Basis ihrer Plattform umzusetzen. Den XULRunner soll dies nicht ersetzen, denn der Weg hat sowohl Vor- als auch Nachteile: So hängen Applikationen, die Firefox als Runtime nutzen, von dessen Update ab und könnten von einem Update außer Gefecht gesetzt werden. Auf der anderen Seite profitieren sie davon, dass sich neue Firefox-Versionen dank dessen Update-Mechanismus recht schnell verbreiten. Der XULRunner gibt Entwicklern zudem die volle Kontrolle über die Runtime.
Mit dem in einer Alpha-Version(öffnet im neuen Fenster) veröffentlichten WebRunner(öffnet im neuen Fenster) steht nun eine Firefox-Erweiterung zur Verfügung, mit der sich aus dem Browser so genannte Site Specific Browsers (SSB) erzeugen lassen, also Browser, die speziell auf eine Applikation zugeschnitten sind. Entsprechende Applikationen lassen sich über den Update-Mechanismus von Firefox verbreiten, starten aber als eigenständige Applikationen. Erreichen lässt sich dies unter anderem, indem Bookmarks als "webapp" markiert werden. Ein Klick auf ein solches Bookmark startet dann die entsprechende Applikation.