Interview: Web 2.0 lässt Zombies wieder auferstehen

Golem.de: Hatten Sie schon einmal eine Festanstellung?

Freibe: Der erste feste Job war auch gleichzeitig der einzige - in einer Hamburger Unternehmens- und Trendberatung.

Golem.de: Wie kamen Sie denn dahin?

Friebe: Über ein Praktikum. Die Schnittstelle von Feuilleton und Wirtschaft hat mich immer interessiert. Ich habe Volkswirtschaft und Kulturwissenschaften studiert. Im Wirtschaftsstudium fehlte die Kultur und in den Kulturwissenschaften fehlte die Wirtschaft. In der Trendberatung kam beides zusammen.

Golem.de: Und davor? Ferienjobs?

Freibe: In den Ferien habe ich immer in der Steuerberaterpraxis meines Vaters gejobbt. Hängen geblieben ist davon aber nichts. Deswegen frage ich mich immer noch, wie man in Freiberufler-Strukturen, die eher amöbenhaft sind und sich kaum mit dem bürgerlichen Gesetzbuch in Deckung bringen lassen, mit so etwas wie Buchhaltung überhaupt umgehen kann. An die monatliche Umsatzsteuererklärung fürs Finanzamt überhaupt nur zu denken, ist eine große Herausforderung.

Golem.de: "Die Welt neu erfinden" heißt es im Faltblatt zum Kongress. Was für eine neue Welt ist das - eine ohne Umsatzsteuererklärung?

Friebe: Eine Welt, in der alle Zahlungsvorgänge elektronisch über das Handy abgewickelt und gleich zum Finanzamt durchgemeldet werden. Die Institutionen kreativ an die Erfordernisse des Alltags anzupassen - das wäre schon mal was.

Golem.de: Klingt nach FDP.

Friebe: Dieses liberale Gejammer gegen staatliche Schikanen ist furchtbar und negiert auch, dass der Staat einen Anspruch auf einen Teil der unternehmerischen Einkünfte hat. Schließlich stellt er ja die Infrastruktur bereit. Schikanös ist allein die Antiquiertheit von Verwaltung. Ist es denn wirklich so schwer, ein wenig Web 2.0 in sich aufzunehmen? Wer einmal versucht hat, sich mit einem Mac-Rechner durch das Anmeldeverfahren zum Elster-Online-Formular zu hacken, der weiß, was ich meine. Geschmeidige Benutzbarkeit sieht anders aus und würde das Leben vieler Menschen einfacher machen.

Golem.de: Es gibt Schlimmeres. Es häufen sich in jüngster Zeit so einige Phänomene, die befürchten lassen, dass die New Economy zurückkehrt.

Friebe: Ist mir auch aufgefallen. Vor allem was das Personal bei Meetings angeht. Von den Zauberformeln Web 2.0 und Social Commerce geweckt, erheben sich einige Zombies wieder aus dem Grab, verfallen gleich in heftige Betriebsamkeit und packen, als ob nie etwas gewesen wäre, ihre Excel-Sheets und Business-Pläne aus. Man muss sehr genau hinsehen, wer da was macht.

Golem.de: Und was sieht man dann?

Friebe: Die meisten Leute, denen man heute in diesem Geschäft begegnet, sind sympathischer als es selbst der netteste New-Economy-BWLer je war. Die aktuelle Generation wurde im Netz sozialisiert und nicht im Wirtschaftsseminar oder im Manager-Crashkurs. Sie weiß, wie die Produktionsmittel funktionieren und muss Technik nicht delegieren. Bislang habe ich noch nicht gehört, dass die After-Work-Partys wiederaufleben. Von daher besteht Hoffnung.

Golem.de: Die Betriebsmassagen sind schon wieder sehr im Kommen.

Friebe: Dann ist es ernst.

[Mit Holm Friebe sprach Maik Söhler.]

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 Interview: Web 2.0 lässt Zombies wieder auferstehen
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NochSchlimmer 08. Sep 2007

Noch schlimmer! Bei uns wurde eigens für 5 slides ein 42zoll HD-TV und ein neuer Rechner...

sven3000 27. Aug 2007

Das trägt man als Bohemian heutzutage so ;-) Tschüss Sven

kingofthehill 27. Aug 2007

Rowe? Das gibt´s hier schon seit Ewigkeiten, auch ohne die super coolen Amis. Nennt sich...

joerg0815 25. Aug 2007

ich weiß, ich hab das interview echt nicht kapiert. aber trotzdem ... AUWAIA, das tut...



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