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Interview: Web 2.0 lässt Zombies wieder auferstehen

Golem.de: Wenn Sie mal zurückdenken - können Sie sich schneller an Ihren ersten Job oder an Ihr erstes Unternehmen erinnern?

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Friebe: An das Unternehmen, auch wenn damals der Unternehmergedanke nicht im Vordergrund stand.

Golem.de: Was für eins war es?

Friebe: Ich gab in Münster ein Fanzine mit dem Titel "Luke & Trooke" heraus, eine Vorstufe zur Zentralen Intelligenz Agentur, teilweise sogar mit denselben Leuten. Wir haben mit den Mitteln des Comics, der Literatur und der Theorie auf die deprimierende Eintönigkeit des Münsteraner Studentenlebens geantwortet. Über Anzeigenerlöse haben wir zumindest manchmal kostenneutral gearbeitet. Wenn Sie so wollen, handelte es sich dabei um erste Schwimmversuche im Nichtschwimmerbecken des Unternehmertums.

Golem.de: Herr Friebe, ein Buch von Ihnen heißt "Wir nennen es Arbeit" und auch in unserem Gespräch geht es ständig um Arbeit. Sind Sie vom Thema Arbeit besessen?

Friebe: Besessen nicht. Das Thema ist zu gut, um es anderen zu überlassen. Die Zentrale Intelligenz Agentur, in der ich mitarbeite, wollte anfangs nur gemeinsame, zweckfreie und nichtkommerzielle Projekte machen. Wir haben überlegt, wie Firmenstrukturen aussehen sollten, in denen Leute miteinander arbeiten, die gewöhnliche Firmenstrukturen satt haben. Das ist eine große Aufgabe, weil man dabei vieles neu erfinden muss. Für viele Antworten, die wir gefunden haben, gab es erst später technische Hilfsmittel, so dass wir einiges immer wieder anpassen und neu adaptieren mussten. Gleichzeitig merkt man, dass man mit solchen Fragen und Überlegungen nicht alleine ist. Der Stand der Produktionsmittel hat einfach ein Niveau erreicht, bei dem man sich fragt, warum es immer noch Leute gibt, die anders arbeiten.

Golem.de: Wir sitzen hier im Garten des Radialsystems in Berlin-Mitte gegenüber der Verdi-Zentrale, der Trutzburg der Arbeiterschaft. Für die ist ein Leben ohne Arbeit gar nicht denkbar. Gilt das auch für Sie?

Friebe: Ich merke, dass ich darauf fixiert bin, ein paar selbst gesteckte Ziele zu erreichen. Nach einem geschriebenen Artikel, einer erledigten Arbeit, fühle ich mich besser. Das Programm des glücklichen Nichtstuns kommt für mich nicht in Frage - meine psychische und soziale Disposition lässt das nicht zu.

Golem.de: Warum nicht? Sich einfach zurücklehnen, das Leben genießen ...

9 to 5 - Wir nennen es Arbeit
9 to 5 - Wir nennen es Arbeit
Friebe: Dann stimmt bei mir die Ökologie des Gleichgewichts, die die frühen Glücksphilosophen beschrieben haben, nicht mehr. Ins süße Nichtstun muss sich das Produktive einsortieren, die Mischung muss stimmen.

Golem.de: Das klingt fast so, als spräche hier ein Gewerkschafter.

Friebe: Ich bin einer, wenn auch ein untypischer. Am Anfang von Monty Pythons Film "Der Sinn des Lebens" gibt es die schöne Szene, wo ein altes Behördenhaus einen neuen Konzern mit verspiegelter Fassade angreift. Alte, Ärmelschoner tragende Beamte attackieren junge Manager mit Geodreiecken und Zirkeln. Anders gesagt: Die alte Arbeitswelt lehnt sich gegen die neue auf. Es gibt nun mal unterschiedliche Modelle und Vorstellungen von dem, was Arbeit ist und wie die Zukunft der Arbeitswelt aussehen könnte. Auch unsere Häuser stehen sich auf den ersten Blick scheinbar unversöhnlich gegenüber.

Golem.de: Auf den zweiten Blick aber nicht?

Friebe: Genau. Zum "9 to 5"-Kongress haben wir eine Gewerkschaftsfunktionärin eingeladen, die bei Ver.di die Arbeit der so genannten Freien organisiert und damit auch nicht immer einen leichten Stand hat. Was die Gewerkschaft für ihre Klientel macht, ist wichtig. Es ist nur nicht unsere Klientel. Die Frage ist, ob unsere Klientel nicht die Gewerkschaftsklientel der Zukunft sein könnte. Oder müsste. Bisher werden Freiberufler und Selbstständige als latente Bedrohung und Konkurrenz für das Heer der abhängig Beschäftigten wahrgenommen. Dabei gibt es gerade unter den prekären Selbstständigen viele, die eine starke Institution im Rücken bräuchten, um ihre Interessen zu vertreten.

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NochSchlimmer 08. Sep 2007

Noch schlimmer! Bei uns wurde eigens für 5 slides ein 42zoll HD-TV und ein neuer Rechner...

sven3000 27. Aug 2007

Das trägt man als Bohemian heutzutage so ;-) Tschüss Sven

kingofthehill 27. Aug 2007

Rowe? Das gibt´s hier schon seit Ewigkeiten, auch ohne die super coolen Amis. Nennt sich...

joerg0815 25. Aug 2007

ich weiß, ich hab das interview echt nicht kapiert. aber trotzdem ... AUWAIA, das tut...

joerg0815 25. Aug 2007

"... doch anders als ..."


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