Autonomes Roboter-Auto der Bundeswehr-Uni vorne dabei
Nach Angaben des Wettbewerbveranstalters ELROB wurde die Uni Siegen mit dem umgebauten Quad AMOR (Autonomous Mobile Outdoor Robot) Gesamtsieger für die autonome Erkundungs-Fahrt. Der Bundeswehr-Roboter wurde für den "non-urban"-Teil disqualifiziert.
Der Geländekraxler wurde mit eingebauten Kameras und einem Lasergerät zur Entfernungsmessung bestückt und konnte die acht Kilometer lange Strecke in der Bestzeit von 31 Minuten zurücklegen. Zu 90 Prozent steuerte das Fahrzeug autonom über Stock und Stein. Lediglich an Kreuzungen und gefährlichen Passagen musste die "Sicherheitsperson", sprich der Fahrer, das Lenkrad übernehmen.
Hinter dem Projekt steht Prof. Hans Joachim Wünsche mit seinem Team. Bereits 1995 gelang Prof. Dieter Dickmanns, dem Vorgänger von Prof. Wünsche, eine autonome Fahrt von München nach Dänemark auf einer Autobahn im öffentlichen Straßenverkehr. Daran knüpfte Prof. Wünsche an und verfeinerte und verbesserte nach und nach die technischen Installationen.
Das aktuelle Fahrzeug ist mit einem Lasergerät und 64 integrierten Sensoren zur Entfernungsmessung ausgestattet. Das Lasergerät dreht sich pro Sekunde zehnmal und registriert eine Million Punkte im Raum. Drei Rechner verarbeiten die Daten laufend zu einem dreidimensionalen Modell. So versucht das Fahrzeug, den Straßenverlauf und Hindernisse zu erkennen.
"Die Versuche zeigen, dass autonome Autos als Standard im öffentlichen Straßenverkehr bereits möglich sind und in ca. 15 bis 20 Jahren Realität sein können. Eine Kontrollperson wird jedoch vermutlich immer notwendig sein" , prognostizierte Wünsche. Zeitintensiver und hinderlicher für eine serienmäßige Einführung sei jedoch die Klärung juristischer Folgen bei Unfällen. "Wir befinden uns da in einer Grauzone. Wer zahlt bei einem Crash, der Fahrer oder der Hersteller?"



