AMD-Chef Ruiz: "Barcelona kommt sechs Monate zu spät"

Unerwartete Entwicklungsprobleme verzögern Markteinführung

In einem Interview mit der Tageszeitung "San Jose Mercury News" gestand AMDs CEO Hector Ruiz erstmals ein, dass der erste Prozessor mit K10-Architektur, Codename "Barcelona", sich deutlich verspätet. Zwar soll der Prozessor weiterhin am 10. September 2007 vorgestellt werden, das aber, so Ruiz, läge sechs Monate hinter dem Plan.

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Ruiz sagte der Mercury News: "Wir hatten gehofft, dass Barcelona früher in diesem Jahr kommt. Darunter leiden wir." AMD hatte bereits im Juni 2006 erste Details zum Design des Quad-Core-Prozessors für Server verraten, der nach damaligem Stand irgendwann im Jahr 2007 erscheinen sollte. In der Folge vermied es der Chip-Hersteller, einen konkreten Termin zu nennen.

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AMDs CEO Hector Ruiz
AMDs CEO Hector Ruiz
Auf Nachfragen erklärte Hector Ruiz der Silicon-Valley-Zeitung, dass es Probleme bei der Entwicklung gegeben habe: "Jedes Mal, wenn wir auf ein technisches Problem gestoßen sind, hat uns die Lösung im Plan rund sechs Wochen zurückgeworfen. Wir hatten gehofft, dass es von diesen Problemen nicht allzu viele geben würde, aber im Fall von Barcelona hatten wir mehr als wir dachten. Als wir diese Schwierigkeiten alle überwunden hatten, waren wir über sechs Monate später dran, als wir ursprünglich sein wollten."

AMDs CEO betonte, dass sein Unternehmen mit Barcelona einen Chip baut, den es so noch nicht gibt: vier x86-Kerne auf einem Die. Ob die Probleme aber im Prozessor-Design oder einer wirtschaftlichen Serienfertigung liegen, erklärte Ruiz nicht. Zahlreiche Marktbeobachter zeigten sich enttäuscht, als die ersten Taktfrequenzen von Barcelona auftauchten: Zum Start sollen sie rund 2 GHz erreichen, erst später im vierten Quartal 2007 sollen dann 2,5 GHz erzielt werden. Dies deutete auf eine geringe Ausbeute bei der Fertigung hin. Dass das Design auch mit 3 GHz stabil funktioniert, zeigte AMD auf seinem letzten "Tech Day" mit einem Phenom-Rechner mit 3 GHz. Phenom ist der Barcelona-Ableger für High-End-PCs.

Rechnet man den von Hector Ruiz genannten Zeitplan zurück, so wollte AMD ursprünglich wohl im Februar 2007 die Barcelona-Prozessoren an die Server-Hersteller liefern, welche diese dann im März 2007 - und damit pünktlich zur CeBIT - hätten vorstellen können. Dafür wiederum müssen aber Monate zuvor die ersten seriennahen Prototypen fertig sein, da im Server-Bereich weit längere Entwicklungszyklen als bei Desktop-Produkten üblich sind.

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Hätte AMD diesen Zeitplan einhalten können, wären dem Unternehmen zwei Quartale guter Geschäfte sicher gewesen: Intels nächstes Design, der Core-2-Ableger Penryn, kommt erst Ende 2007, und auch den neuen Multi-Processing-Chip "Tigerton" musste Intel als Xeon-Serie 7300 vorziehen, um Barcelona zu kontern. Offiziell vorgestellt haben beide Unternehmen ihre neue Quad-Core-Generation aber noch nicht - bei AMD soll es am 10. September 2007 so weit sein.

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