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Parallels: Alles nur geklaut?

Ferner stimmte das Gericht auch nicht dem Argument der Gegenseite zu, die alte Parallels Ltd und die neue Parallels Inc hätten - trotz selber Geschäftsführung - nichts miteinander zu tun. Auch in der Frage der durch Netsys beanspruchten alleinigen Nutzungsrechte deuteten die Richter an, eher der Argumentation von Netsys zu folgen: "Die Kammer hält es ferner für überwiegend wahrscheinlich, dass der Antragstellerin [Netsys] [...] ausschließliche Nutzungsrechte übertragen wurden." Die einstweilige Verfügung habe das Gericht in erster Linie abgelehnt, da es die Beweise prüfen und einen Sachverständigen hören wollte, was im Verfügungsverfahren nicht möglich ist, so Dr. Möller.

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"Zur Feststellung derartiger Übereinstimmungen bedarf es zweingend der Vorlage des Quellcodes. Kompatibilität oder Übereinstimmungen in der Benutzerführung genügen nicht, weil sie auch auf anderen Ursachen als der Übernahme der Programmteile beruhen können", begründet das Gericht seine Entscheidung, den Antrag auf eine einstweilige Verfügung zurückzuweisen.

Die Behauptung, Netsys halte die Rechte an der Software, hatte die Beklagte Avanquest, die durch Parallels Unterstützung erhielt, bestritten: Netsys habe nicht die ausschließlichen Rechte an twoOStwo erhalten, da die Formulierung "alle Rechte" nicht mit ausschließlichen Rechten gleichzusetzen sei. Im Übrigen unterlägen die geschlossenen Verträge russischem, nicht deutschem Recht.

Also reichte Netsys erneut Klage ein, wieder mit dem Antrag, den Verkauf von Parallels Desktop in Deutschland zu unterbinden - da Parallels mit keinem anderen Produkt direkt auf dem deutschen Markt tätig ist, kann sich die Klage zurzeit nur auf das Mac-Programm erstrecken.

Die genauen Vorwürfe
Der Sachverhalt in der Hauptsacheklage bleibt gleich, doch erhält Netsys nun die Möglichkeit, Beweise vorzulegen, um zu untermauern, dass die heutigen Parallels-Produkte direkt auf dem twoOStwo-Quellcode basieren. Dazu führt Netsys in der Klageschrift gleich mehrere Indizien an, die dem Gericht als Beweise vorgelegt bzw. vorgeführt werden sollen:

twoOStwo und SVISTA
twoOStwo und SVISTA
Parallels Desktop ist zu twoOStwo binärkompatibel. Die Virtualisierungssoftware nutzt Festplatten-Container, um virtuelle Festplatten zu erstellen und als einzelne Datei auf der physischen Festplatte des Host-Systems abzulegen. Parallels Desktop unterstützt das Festplatten-Format von twoOStwo, so dass mit twoOStwo erzeugte virtuelle Maschinen auch unter Parallels Desktop laufen. Die Plattform muss nicht identisch sein, ein mit twoOStwo unter Windows erzeugtes Image läuft also auch mit der Mac-Software von Parallels.

Die Kompatibilität zwischen den beiden Programmen geht laut Netsys noch weiter: Virtualisierungssoftware wie Parallels Desktop oder VMware Workstation bringt in der Regel Software mit, die innerhalb des Gastsystems installiert wird, um so beispielsweise eine höhere Bildschirmauflösung nutzen zu können oder Dateien per Drag-and-Drop mit dem Host-System auszutauschen. Eine weitere Funktion dieser Werkzeuge ist häufig der Mauszeiger, der ohne zusätzliche Software bei der Arbeit in einer virtuellen Maschine exklusiv dem Gast zur Verfügung steht und per Tastenkombination wieder herausgelöst wird, um mit dem Host-System weiterzuarbeiten.

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stuepfnick 31. Aug 2007

Wir würden kaum solch moderne Was den heutigen Autos modern sein soll, das braucht man...

Egal@xxx.tk 30. Aug 2007

Wahnsinn, was für ein erfahrener Tester, immerhin 2 Stunden getestet. Du könntest bei...

HolgiHero 30. Aug 2007

Afaik kann VirtualBox OS/2 ganz prima darstellen. Oder nicht? Gruß, Holgi

sdafdsafasfda 29. Aug 2007

Jawohl.

luz 29. Aug 2007

Wenn die total gezahlte Summe an Parallels wirklich nur die im Artikel erwähnten EUR 200...


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