• IT-Karriere:
  • Services:

Tile64: 64-Kern-CPU für Netze und Medien jetzt lieferbar

Einfache Programmierung mit Linux, neuartige Vernetzung der Kerne

Einer der ersten verfügbaren Manycore-Prozessoren kommt von einem kleinen US-Start-up, das von einem MIT-Professor gegründet wurde. Die CPU "TILE64" besteht aus 64 Kernen, die über ein Mesh-Netzwerk verknüpft sind. Anwendungen dafür sieht der Hersteller bei Netzwerkgeräten und Multimedia-Produkten.

Artikel veröffentlicht am ,

Der Tile64 ist kein PC-Prozessor - vielmehr sieht ihn der Hersteller Tilera im Embedded-Bereich, also mit speziellen Anwendungen für Hardware, die einmal fest eingebaut wird und dann Jahre oder Jahrzehnte laufen soll. Über die Funktionsweise der Kerne schweigt sich Tilera noch aus, vermutlich handelt es sich aber um stark abgespeckte Einheiten eines MIPS-Designs. Der Gründer von Tilera, MIT-Professor Anant Agarwal, experimentiert seit zehn Jahren mit Mehrkern-Prozessoren und stellte am MIT im Jahr 2003 das Projekt 'Raw' vor. Bereits 1983 war Argawal am Design des ersten MIPS-Prozessors beteiligt.

Stellenmarkt
  1. medavis GmbH, Karlsruhe
  2. Meibes System-Technik GmbH, Gerichshain

Ein Switch auf jedem Kern
Ein Switch auf jedem Kern
Die 64 Kerne des Tile64 sind nicht über einen Bus verbunden, sondern über ein Netzwerk, das Tilera "iMesh" nennt. Auf jedem Kern sitzen L1- und L2-Caches unbekannter Größe sowie ein Switch, der wie das gleichnamige Netzwerkgerät arbeitet. Die Switches können Daten und Instruktionen direkt zu einem anderen Kern durchschalten. Zudem gibt es noch einen L3-Cache, den sich die Kerne teilen. Diese Lösung ähnelt verblüffend Intels Design-Studie "Polaris", wo 80 Kerne über ein Mesh-Netzwerk mit Switches verbunden wurden. Soll aus Polaris laut Intel nie ein Produkt werden, so ist der Tile64 laut Tilera aber bereits lieferbar.

Neben dem Mesh hat Tilera für das Gesamtkonstrukt auch umfangreiche I/O-Funktionen vorgesehen - ganz wie Suns Ultrasparc T2. Vier Speichercontroller für DDR2 stehen zur Verfügung, dazu kommen zwei PCIe-Ports mit 10 Gigabit/s sowie zwei Ports für Gigabit-Ethernet und als Krönung zwei weitere Ports für 10-Gigabit-Ethernet. Diese beiden Ports hat auch der Ultrasparc T2 auf dem Die, er ist jedoch als eher universeller Server-Prozessor ausgelegt.

Programmiert wird der Tile64 unter Linux, Standard-SMP-Code soll problemlos auf dem Prozessor laufen. Tilera hat dafür einen ANSI-C-Compiler geschrieben. Will man die Anwendungen weiter optimieren, gibt es Netzwerk-Bibliotheken für das Mesh des Tile64, mit denen sich ein Load-Balancing für die einzelnen Kerne erreichen lässt.

In einem Netzwerkgerät soll der Tile64 auf den Layern 4 bis 7 einen Durchsatz von 20 Gigabit pro Sekunde erreichen; steckt man ihn beispielsweise in eine Set-Top-Box, soll der Prozessor zwei H.264-Datenströme für HD-Videos parallel kodieren können. Beim Video-Conferencing mit HD-Strömen sollen es zehn Bildverbindungen parallel sein.

Noch vollmundiger sind die Versprechungen zur Leistungsaufnahme: Auf 170 Milliwatt pro Kern lässt sich die Leistungsaufnahme drücken, 30-mal besser soll die "Performance pro Watt" gegenüber einem Dual-Core-Xeon von Intel sein. Dieses extreme Verhältnis ist aber nicht zum Spartarif zu haben: Tilera gibt einen Preis von 435,- US-Dollar für den kleinsten Tile-Prozessor an, wenn man gleich 10.000 Stück abnimmt. Lieferbar sollen ab sofort drei verschieden schnell getaktete Versionen des Prozessors von 600 MHz bis 1 GHz sein, die sich zudem in der I/O-Ausstattung unterscheiden. Zudem will das Unternehmen auch Varianten mit 36 und 120 Kernen entwickeln.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. (u. a. PS5 + HD Kamera für 549,99€)

hux 21. Aug 2007

Bei 4GB ist mit 32Bit unter Windows (zumindest Server 2003 Ent.) nicht Schluss -> PAE...

x 21. Aug 2007

Wohl eher der Anwalt der Firma iMesh. http://en.wikipedia.org/wiki/iMesh

WSAD-Zocker 20. Aug 2007

Dann nehm ich bei CS ein Spray-Logo mit dem Bild der hässlichsten Frau, das ich finden...


Folgen Sie uns
       


Sega Mega Drive (1990) - Golem retro_

Mit Mega-Power sagte Sega 1990 der Konkurrenz den Kampf an. Im Golem retro_ holen wir uns die Spielhalle nach Hause.

Sega Mega Drive (1990) - Golem retro_ Video aufrufen
Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme

      •  /